17. Juli, 2024

Politik

NATO-Gipfel in Washington überschattet von schweren Raketenangriffen in der Ukraine

NATO-Gipfel in Washington überschattet von schweren Raketenangriffen in der Ukraine

Der Vorabend des NATO-Gipfels in Washington wurde durch eine Welle schwerer Raketenangriffe auf die Ukraine überschattet. Die Attacken forderten mindestens 20 Menschenleben und verletzten über 50 weitere, wie der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko offiziell bestätigte. Die hauptsächlichen Zielregionen waren die Industriestadt Krywyj Rih und die Hauptstadt Kiew.

In Kiew wurde ein großes Kinderkrankenhaus getroffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte in einem sozialen Netzwerk ein Video der Verwüstung und wies darauf hin, dass noch unklar sei, ob die Klinik direkt angegriffen wurde oder ein anderes Ziel angestrebt war. Der Gesundheitsminister Wiktor Ljaschko berichtete von erheblichen Schäden an lebenswichtigen Abteilungen des Krankenhauses.

Die Raketenangriffe verursachten in Kiew den Tod von mindestens sieben Menschen, während der private Stromversorger DTEK Schäden an drei Trafostationen meldete. Auch in Krywyj Rih beläuft sich die Zahl der Opfer auf mindestens zehn Tote und über 30 Verletzte. Weitere Schäden wurden aus den Städten Dnipro, Slowjansk und Kramatorsk gemeldet.

Der ukrainische Präsident berichtete, dass das russische Militär mehr als 40 Raketen für diesen Tagesangriff verwendete. Zudem hatte es bereits in der Nacht zu Montag Luftangriffe gegeben. Seit über zwei Jahren wehrt die Ukraine die russische Invasion mit Unterstützung westlicher Nationen ab und fordert weiterhin moderne Flugabwehrsysteme, darunter die besonders leistungsfähigen Patriot-Systeme aus US-Produktion.

Die Niederlande haben ihre Bereitschaft bekundet, ein weiteres Patriot-System zu liefern. Diese Zusage bestätigten die Minister Caspar Veldkamp und Ruben Brekelmanns während eines Treffens mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba. Auch Rumänien hat ein solches System in Aussicht gestellt, während Israel bis zu sechs Patriot-Systeme zur Diskussion stellt.

Anlässlich des NATO-Gipfels hoffen die ukrainischen Vertreter auf weitere militärische Unterstützung von den verbündeten Staaten. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat sich derweil als Friedensvermittler in den Krieg eingebracht, jedoch wird seine Initiative in Brüssel eher als eigenmächtig und nicht abgesprochen angesehen.