21. Juni, 2024

Wirtschaft

Nachhaltigkeitsratings: Kleine Unternehmen sehen Verbesserungspotenzial

Nachhaltigkeitsratings: Kleine Unternehmen sehen Verbesserungspotenzial

Nach einer aktuellen Studie der Vermögensverwaltungssparte der Privatbank Berenberg in Frankfurt, die europaweit rund 100 kleinere und mittlere Unternehmen (Small- und Mid-Cap) untersuchte, gibt es bei Nachhaltigkeitsratings noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Trotz Fortschritten in den letzten Jahren spiegeln die Ratings laut den befragten Unternehmen die tatsächliche Nachhaltigkeitsleistung (ESG: Environmental, Social und Corporate Governance) nicht zufriedenstellend wider.

Knapp 80 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass die ESG-Ratings ihre Nachhaltigkeitsbemühungen nicht korrekt bewerten. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer sieht nur in wenigen Ratings eine wirkliche Reflexion ihrer Nachhaltigkeitsperformance, während rund ein Viertel die ESG-Ratings generell als unzulänglich bezeichnet.

Dabei kritisierten die Unternehmen eine mangelnde Offenheit der Ratingagenturen. Besonders bemängelt wurden Aufgeschlossenheit und Qualität des Austauschs, vor allem hinsichtlich inhaltlicher Expertise und verfügbarer Ressourcen für einen kritischen Dialog. Einige Ratingagenturen heben sich jedoch positiv ab, so Berenberg.

Trotz ihrer Bedeutung für die Bindung und Gewinnung von Investoren, kommen essenzielle ESG-Themen in Gesprächen mit Anlegern laut den befragten Firmen häufig nicht zur Sprache. Dies birgt das Risiko, dass Täuschungen und falsche Versprechen, bekannt als Greenwashing, unentdeckt bleiben.

Angetrieben von regulatorischen Maßnahmen hat der Markt für nachhaltige Anlagen in Deutschland in den letzten Jahren stark zugenommen, erreicht aber noch nicht sein volles Potenzial. Der Anteil nachhaltiger Fonds an der gesamten Fondsbranche in Deutschland lag 2023 laut dem Forum Nachhaltige Geldanlage bei 13 Prozent.