18. Juli, 2024

Wirtschaft

Nachfolge geregelt: Europäischer Investor steigt bei AVM ein

Nachfolge geregelt: Europäischer Investor steigt bei AVM ein

Der Berliner Fritzbox-Hersteller AVM erhält frischen Wind. Imker Capital Partners übernimmt die Mehrheit am Unternehmen, während die drei Firmengründer weiterhin einen Minderheitsanteil behalten, wie die AVM Computersysteme Vertriebs GmbH mitteilt. Dieser Schritt soll die Unternehmensnachfolge sichern und langfristige Weichen stellen. Der Kaufpreis bleibt dabei ebenso geheim wie Details zu den vertraglichen Regelungen.

Johannes Nill, Geschäftsführer und Mitgründer, deutet an, dass der Generationswechsel aktiv angegangen wurde und betont die Bedeutung des neuen Investors für die Zukunft von AVM. Demnach teilt Imker Capital Partners die Unternehmensvision und möchte die Innovationskraft und Internationalisierung fördern. Diese Zusammenarbeit markiert laut Nill einen wichtigen Meilenstein in der Firmengeschichte, der das zukünftige Wachstum durch neue Produktentwicklungen und internationale Expansion stärken soll.

1986 gegründet, erzielte AVM im vergangenen Jahr mit 890 Beschäftigten einen Umsatz von 580 Millionen Euro. Detaillierte Gewinnzahlen wurden nicht veröffentlicht. Das Produktportfolio umfasst Router, Repeater, Telefone und Smart-Home-Lösungen wie digital steuerbare Heizungsregler und Lichter, die unter der Marke "Fritz!" vermarktet werden. Zu den Hauptkonkurrenten zählen hierbei Asus aus Taiwan und Netgear aus den USA.

Der Markenname Fritz steht als Synonym für einfache und benutzerfreundliche Netzwerktechnik, wie eine Unternehmenssprecherin erläutert. Der Name soll eine Verbindung zur typischen Berliner Kultur herstellen und gleichzeitig die Zugänglichkeit der Produkte betonen.

AVM hatte zuletzt mit rechtlichen Herausforderungen zu kämpfen. Wegen einer vorgegebenen Preisbindung gegenüber sechs Elektronikfachhändlern wurde eine Geldbuße von knapp 16 Millionen Euro durch das Bundeskartellamt verhängt. Das Unternehmen akzeptierte die Strafe, um das Verfahren einvernehmlich abzuschließen und so den bevorstehenden Generationswechsel nicht durch Altlasten zu belasten.