25. Februar, 2024

Wirtschaft

Müller distanziert sich von Dieselaffäre – Keine Kenntnis vor Skandalbekanntwerden

Müller distanziert sich von Dieselaffäre – Keine Kenntnis vor Skandalbekanntwerden

In der anhaltenden juristischen Aufarbeitung der Dieselaffäre bei Volkswagen verneint der ehemalige Konzernchef Matthias Müller jede Vorverantwortlichkeit. Während einer Gerichtsaussage im Rahmen des Schadensersatzprozesses in Braunschweig bestand der 70-jährige Manager darauf, dass er vor dem eruptiven Bekanntwerden der Abgasmanipulationen im September 2015 keine Berührung mit der Thematik gehabt hätte. Investoren, welche durch drastische Kurseinbrüche finanzielle Verluste im hohen Umfang zu verzeichnen hatten, suchen weiterhin den gerechten Ausgleich im Zuge des Prozesses.

Müller, der während des Aufdeckens des Skandals als Vorstandsvorsitz von Porsche agierte und daraufhin die Spitzenposition bei VW von Martin Winterkorn übernahm, betonte seine Unwissenheit über mögliche illegale Praktiken. Er wurde nach eigenen Angaben mit der Problematik erst konfrontiert, als der Abgasskandal bereits in vollem Gange war. Das Treiben zu hinterfragen scheint für ihn zu keinem Zeitpunkt in Betracht gekommen zu sein, weder während seiner Führungstätigkeit bei Porsche noch in früheren Tätigkeiten innerhalb des VW-Konzerns.

Der langwierige Gerichtsprozess, welcher unter das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz fällt, hält für Müller und die anderen Beteiligten weiterhin an. Mehr als 80 Zeugen werden von dem zuständigen Gericht angehört werden, um die komplexen Verstrickungen und Verantwortlichkeiten zu entwirren. Ein besonderes Augenmerk der Öffentlichkeit dürfte auf dem bevorstehenden 14. Februar liegen, wenn Martin Winterkorn selbst in die Zeugenrolle treten wird.