Der Kölner Außenwerbekonzern Ströer hat die Märkte mit vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2025 überrascht. Entgegen dem allgemeinen Trend in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld verzeichnet das Unternehmen historische Bestwerte. Doch die eigentliche Nachricht liegt nicht in der Vergangenheit, sondern in der angekündigten strategischen Zäsur.
Das Management hat eine massive Transformation eingeleitet. Weg vom klassischen Werbeflächenvermarkter, hin zum technologiegetriebenen Plattform-Anbieter. Der Schlüssel für diesen Wandel ist der aggressive Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), der die komplette Infrastruktur des Konzerns neu definieren soll.

Finanzkennzahlen belegen die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells im Krisenjahr
Nach ersten Berechnungen kletterte der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 auf ein Rekordniveau von 2,075 Milliarden Euro. Diese Zahl unterstreicht die robuste Marktposition von Ströer, selbst wenn konjunktureller Gegenwind anderen Branchenakteuren zusetzt.
Auch die Profitabilität konnte signifikant gesteigert werden. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg auf 626 Millionen Euro. Diese solide Kapitalbasis dient nun als Fundament für die anstehenden Investitionen in die technologische Neuausrichtung.
Künstliche Intelligenz fungiert als zentraler Hebel für die kommende Margensteigerung
Die Unternehmensführung sieht in der Implementierung von KI-Technologien nicht nur ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung, sondern den Kern der zukünftigen Wertschöpfung. Ziel ist es, die bislang getrennten Silos der Vermarktung aufzubrechen.
„KI wird zur Transformationsmaschine für unsere digitale und analoge Infrastruktur“
Das betonte Co-Chef und Gründer Udo Müller am Donnerstag. Durch die technologische Integration sollen maßgeschneiderte Lösungen entstehen, die digitale und analoge Kanäle nahtlos verknüpfen.
„Was heute in der Vermarktung noch weitgehend getrennt nebeneinandersteht, können wir durch KI künftig zu integrierten, auf die Anforderungen unserer Kunden zugeschnittenen Lösungen zusammenführen“
Fügte Müller hinzu. Das Management prognostiziert über die nächsten drei bis fünf Jahre ein erhebliches Effizienzpotenzial. Analysten dürften hierbei vor allem auf die angekündigte deutliche Verbesserung der Marge achten, die aus dieser Synergie resultieren soll.
Personelle Weichenstellungen untermauern den technologischen Führungsanspruch
Um die Transformation auch organisatorisch zu verankern, hat Ströer die C-Level-Struktur angepasst. Zum 1. März wurde mit Sven Scheffler erstmals ein Technologievorstand (CTO) berufen.
Diese Personalie signalisiert dem Kapitalmarkt, dass Technologie nicht mehr als Support-Funktion, sondern als strategischer Kernbereich verstanden wird. Schefflers Aufgabe wird es sein, die Vision des Plattform-Anbieters operativ umzusetzen und die KI-Integration voranzutreiben.


