23. Juni, 2024

Wirtschaft

Mietpreisschock in Brandenburg und Berlin: Deutlichste Anstiege in Potsdam und der Hauptstadt

Mietpreisschock in Brandenburg und Berlin: Deutlichste Anstiege in Potsdam und der Hauptstadt

Die aktuellen Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeichnen ein beunruhigendes Bild des deutschen Mietmarktes. Die Metropolregion Berlin-Brandenburg verzeichnete dramatische Mietanstiege bei Neuvermietungen. Potsdam führt die Negativliste mit einem Anstieg von 31,2 Prozent an, gefolgt von der Hauptstadt Berlin mit 26,7 Prozent. Diese Entwicklungen resultieren aus einer parlamentarischen Anfrage der Linken und stellen einen Weckruf für die Wohnungspolitik der deutschen Regierung dar.

Die steigenden Mietkosten sind jedoch kein rein urbanes Phänomen. Auch dünn besiedelte Regionen, bisher von Preissprüngen eher verschont, berichten über erhebliche Zuwächse. So stiegen die Mieten im Landkreis Prignitz um 18 Prozent, in Vorpommern-Rügen um fast 20 Prozent und in Vorpommern-Greifswald um mehr als 15 Prozent. Trotz dieser Anstiege bleiben die absoluten Mietpreise in diesen Gegenden jedoch unter dem Bundesdurchschnitt. Während die neuen Mieten dort zwischen 6,86 Euro und 7,08 Euro pro Quadratmeter liegen, muss man deutschlandweit im Durchschnitt 7,30 Euro pro Quadratmeter zahlen.

Besonders entmutigend sind die Zahlen für Berlin, eine Stadt, in der die Mietpreise trotz vergleichsweise geringerer Einkommen einen neuen Höchststand von über 16 Euro pro Quadratmeter erreicht haben. Lediglich München übertrifft diese Werte mit über 20,50 Euro pro Quadratmeter. Für viele Haushalte in Berlin wird das Wohnen zunehmend unerschwinglich, was sich in einer wachsenden Zahl von Anspruchsberechtigten für staatliche Unterstützung und einer wachsenden Unzufriedenheit der Bevölkerung manifestiert. Am vergangenen Wochenende demonstrierten Tausende in Berlin für drastische Reformen in der Wohnungspolitik und forderten unter anderem einen bundesweiten Mietendeckel sowie ein Verbot von Eigenbedarfskündigungen und Zwangsräumungen.

Das Phänomen der Mietpreisexplosion erstreckt sich auch auf mehrere bayerische Landkreise. So berichtete das BBSR über signifikante Zuwächse in Tirschenreuth (plus 23,9 Prozent), Kaiserslautern (fast 20 Prozent), Kaufbeuren (17 Prozent) sowie im Landkreis Trier-Saarburg und im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (jeweils mehr als 15 Prozent).

Die Linke-Abgeordnete Caren Lay unterstrich die Unzulänglichkeit der aktuellen Mietpreisbremse und forderte eine bundesweite Deckelung der Mietpreise. Nur so könne die Spirale der unaufhörlich steigenden Wohnkosten gestoppt werden.