18. Juli, 2024

Wirtschaft

Meyer Werft: Restrukturierung und Hoffnung in Papenburg

Meyer Werft: Restrukturierung und Hoffnung in Papenburg

Die Meyer Werft hat einen wichtigen Meilenstein in der Restrukturierung erreicht. Betriebsrat, IG Metall und Geschäftsführung einigten sich auf zentrale Punkte, darunter den Abbau von 340 Stellen, möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen. Auch wird ein Aufsichtsrat und ein Konzernbetriebsrat gebildet. Der Firmensitz soll von Luxemburg zurück nach Deutschland verlegt werden.

Die Belegschaftsstärke wird bis 2030 mindestens 3.100 Beschäftigte umfassen, davon mindestens 1.200 Tarif-Beschäftigte. Zudem werden jährlich mindestens 45 Auszubildende und neun Duale Studierende eingestellt.

Der Stellenabbau erfolgt in mehreren Phasen, beginnend mit dem Auslaufen von 100 befristeten Verträgen. Weitere Stellen sollen über ein Freiwilligenprogramm gestrichen werden. Laut Betriebsratschef Andreas Hensen zeigte die Belegschaft spürbare Anspannung, die sich nach Bekanntgabe der Maßnahmen aber legte.

Die traditionsreiche Werft steht vor finanziellen Herausforderungen. Bis 2027 müssen 2,7 Milliarden Euro finanziert werden, davon 400 Millionen Euro Eigenkapitalerhöhung. Die restlichen 2,3 Milliarden Euro dienen der Vorfinanzierung von zwei Schiffsneubauten. Chefsanierer Ralf Schmitz unterstreicht, dass es sich nicht um Subventionen, sondern um notwendige Bürgschaften handelt.

Unternehmenschef Bernd Eikens betont die große Bedeutung der Einigung für die Zukunft der Werft. Er kündigt weitere Schritte in naher Zukunft an, um die Profitabilität nachhaltig zu steigern. Die Meyer Werft müsse besser als ihre Mitbewerber werden, auch finanziell.

Investoren werden voraussichtlich erst ab 2026 oder 2027 gesucht. Diese brauchen kurzfristig Kapital. Schmitz bezeichnet die Werft als Technologieführer in der maritimen Wirtschaft und warnt vor weitreichenden wirtschaftlichen Konsequenzen, sollte die Restrukturierung scheitern.

Die IG Metall fordert Unterstützung von der Bundesregierung. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und CDU-Fraktionschef Sebastian Lechner sehen in der Einigung Chancen für einen Neustart. Die Inhaberfamilie Meyer bekundet ihre Unterstützung für den Restrukturierungskurs und die perspektivische Bildung eines Aufsichtsrats.