Die Keytruda-Abhängigkeit wird zur tödlichen Falle für den US-Konzern
Zwar liefert das Krebsmedikament Keytruda weiterhin Rekordumsätze, doch das Ende des Patentschutzes rückt unaufhaltsam näher. Die Märkte ignorieren die soliden Quartalszahlen von 16,4 Milliarden Dollar und fokussieren sich ausschließlich auf das künftige Umsatzloch.
Investoren bewerten das Unternehmen zunehmend als riskante Wette auf eine unsichere Pipeline. Ein Umsatzmaximum von 67 Milliarden Dollar für 2026 enttäuscht die Analysten, die das Fundament für die Zeit nach den Blockbustern schwinden sehen.
Patenterosion bei Januvia zerstört die Margenstärke im Diabetes-Segment
Der Umsatzschwund bei etablierten Medikamenten frisst die Gewinne aus der Onkologie-Sparte schneller auf als erwartet. Das Management hat es versäumt, rechtzeitig äquivalente Nachfolgeprodukte zu etablieren, um den Preisverfall durch Generika zu stoppen.
Die bereinigten Quartalsgewinne von 2,04 Dollar je Aktie sind lediglich ein letztes Aufflackern vor der großen Korrektur. Analysten strafen die Aktie ab, da die Preissetzungsmacht im Kerngeschäft durch den Verlust der Exklusivität massiv unter Druck gerät.
Strategische Leere überschattet die operative Stärke der Vergangenheit
Ohne aggressive Zukäufe oder bahnbrechende Neuzulassungen droht Merck & Co. die Herabstufung zum reinen Substanzwert ohne Wachstumspotenzial. Die Korrektur des Ausblicks ist das Eingeständnis, dass die interne Forschung den Wettlauf gegen die Zeit verliert.
Kapitalmärkte fordern nun radikale Antworten auf die Frage, wie das Unternehmen die Milliardenausfälle ab 2027 kompensieren will. Die Ära der sicheren Blockbuster-Renditen bei Merck ist mit diesem Dienstag offiziell beendet.
Der Konzern steht vor einer schmerzhaften Restrukturierung seiner gesamten Wertschöpfungskette.

