23. Juni, 2024

Wirtschaft

Massenproteste gegen Tourismusflut auf Mallorca

Massenproteste gegen Tourismusflut auf Mallorca

Ein starkes Zeichen gegen den ungebremsten Tourismus setzte Mallorca am Wochenende. Rund 10.000 Menschen, nach Angaben der Veranstalter sogar 25.000, gingen unter dem Banner "Sagen wir Basta!" sowie "Mallorca steht nicht zum Verkauf!" auf die Straßen Palmas. Lokale Zeitungen wie "Diario de Mallorca" und "Última Hora" sprachen von einem "historischen" Ereignis, da dies eine der größten Kundgebungen darstelle, die bisher auf der Insel erlebt wurden.

Die Demonstrationswelle wurde von der Gruppe "Banc de Temps de Sencelles" ins Leben gerufen, die eine direkte Verknüpfung zwischen dem starken Anstieg der Besucherzahlen, dem stetig expandierenden Markt für Ferienwohnungen und den daraus entstehenden Problemen wie Wohnraummangel und der Beschädigung von Mallorcas Naturschönheiten sieht. Gefordert wird eine politische Reaktion und Ausrufung des Wohnungsnotstandes.

Die Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung wächst, getragen von allen Gesellschaftsschichten. Insbesondere harte Schicksale, wie das einer alleinerziehenden Mutter im drohenden Wohnungsverlust, verdeutlichen die Dringlichkeit der Lage.

Trotz der essenziellen Bedeutung des Tourismus – rund 45 Prozent von Mallorcas Wirtschaftsleistung beruhen darauf – geht ein Großteil der Bevölkerung sowohl wirtschaftlich als auch wohnraumtechnisch leer aus. Dieser Unmut wurde nicht zuletzt zahlreich durch verschiedene Protestaktion tun zu Ausdruck gebracht.

Selbst Akteure wie Immobilienmakler, die normalerweise vom Tourismus profitieren, äußerten ihre Solidarität. Angesichts der Kritik wagt nun auch die Politik, gehandelt durch die konservative Regionalpräsidentin Marga Prohens, harte Worte und verspricht Maßnahmen gegen die Überfüllung und für mehr Wohlstand für die Bürger.

Die negative Stimmung ist vor allem in der bekannten deutschen Partyzone, dem Ballermann, fühlbar. Die regionalen Hoteliers klagten über die Qualität der vergangenen Saison, und die rezenten Tragödien, wie etwa der Restaurant-Einsturz mit vier Todesopfern, streben vermehrt nach verstärkter staatlicher Kontrolle und Einschreitens in dem überlasteten Gebiet.