12. Juli, 2024

Wirtschaft

Maritime Wirtschaft im Streikfieber: Seehafenbetriebe in Norddeutschland legen Arbeit nieder

Maritime Wirtschaft im Streikfieber: Seehafenbetriebe in Norddeutschland legen Arbeit nieder

Die norddeutschen Häfen sind erneut Schauplatz umfangreicher Arbeitsniederlegungen. Andre Kretschmar, Verdi-Fachbereichsleiter für maritime Wirtschaft, bestätigte, dass der Containerumschlag zum Erliegen gekommen sei. Zeitgleich demonstrierten Hafenarbeiter in Hamburg beim Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), um ihre Forderungen zu unterstreichen.

Betroffen von den Streiks sind nicht nur die Häfen in Hamburg, sondern auch Standorte in Niedersachsen und Bremen. Die Gewerkschaft Verdi rechnete eigenen Angaben zufolge mit rund 2000 Teilnehmern an der Kundgebung, gefolgt von einem Demonstrationszug. Seit Dienstagmorgen befinden sich die Beschäftigten im Warnstreik. Für Donnerstag und Freitag ist in Bremen eine weitere Verhandlungsrunde im Tarifstreit geplant.

Der Hamburger Hafen kämpft ohnehin mit rückläufigen Zahlen. Im Vergleich zu 2022 ging der Umschlag von Seegütern um 4,7 Prozent zurück, ein Tiefstand seit 2009. Vor einem Monat kam es bereits zu Warnstreiks an verschiedenen norddeutschen Häfen, was die Lage zusätzlich verschärfte.

Der ZDS ruft Verdi auf, „Maß und Mitte“ zu wahren und verweist auf die bisherigen konstruktiven Verhandlungsrunden und ein aus ihrer Sicht faires Angebot. Verdi fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung der Stundenlöhne um drei Euro rückwirkend zum 1. Juni und eine Anpassung der Schichtzuschläge. Der ZDS bot zuletzt eine Lohnerhöhung um 2,9 Prozent beziehungsweise mindestens 80 Cent pro Stunde an. Auch die Schichtzuschläge sollen um 33 Cent bis 3,50 Euro steigen.

In Niedersachsen zeigt sich ein ähnliches Bild. Seit 6:00 Uhr morgens streiken die Beschäftigten in Emden, wobei der Arbeitskampf voraussichtlich bis 22:00 Uhr andauern wird. Auch Bremerhaven ist von den Maßnahmen betroffen, die dort ebenfalls bis in die Abendstunden hinein fortgesetzt werden sollen. In Wilhelmshaven endet der Warnstreik erst am Donnerstagmorgen. Die Gewerkschaft Verdi sprach von einer hohen Beteiligung der Beschäftigten.

Bereits im Juni kam es zu Arbeitsniederlegungen in mehreren norddeutschen Häfen, darunter Hamburg, Brake und Emden. Damals wurden auch die zentralen Zu- und Ausfahrten in Bremerhaven blockiert, lediglich Notbesetzungen waren im Einsatz.