29. Februar, 2024

Politik

Maltesische Landwirte erheben ihre Stimme: Ein seltener Protest gegen die EU-Agrarpolitik

Maltesische Landwirte erheben ihre Stimme: Ein seltener Protest gegen die EU-Agrarpolitik

Nach mehreren Jahrzehnten relativer Stille sind die maltesischen Ackerfluren nun Schauplatz einer lautstarken Missfallensbekundung geworden. Landwirte auf der malerischen Mittelmeerinsel Malta haben ihre landwirtschaftlichen Geräte beiseitegelegt und in einem seltenen kollektiven Akt die Straßen betreten. Ein Echo der Unzufriedenheit, das man zuletzt in den frühen 80er-Jahren vernommen hatte, klang am vergangenen Freitag wieder durch die Gassen, als sich zahlreiche bäuerliche Demonstranten versammelten, um gegen die Agrarpolitik der Europäischen Union zu protestieren – eine Politik, die sie als Hauptursache für ihre finanziellen Nöte ansehen.

Karmenu Vassallo, ein betroffener Landwirt, brachte den aufgestauten Ärger mit klaren Worten zum Ausdruck: 'Man hat uns vergessen. Wir sind es leid, zu arbeiten und nichts zu verdienen.' Mit dieser Botschaft und weiteren Slogans wie 'EU tötet Bauern', die auf ihren Plakaten prangten, gaben die Landwirte ihrer Verzweiflung und ihrer Forderung nach Aufmerksamkeit und Neubewertung der aktuellen Agrarpolitik Nachdruck.

Am Ende ihrer Mobilisierung fand die landwirtschaftliche Gemeinschaft Gehör beim Premierminister Robert Abela, der die Demonstranten zu einem Empfang in der Regierungszentrale in Valletta einlud. Dieses Ereignis unterstreicht die zunehmende Unruhe unter Landwirten in der gesamten European Union, die sich in den letzten Wochen auch in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Polen in Form von Protesten Luft macht.

Die Landwirte auf Malta haben signalisiert, dass ihre Stimmen nun Teil der breiteren landwirtschaftlichen Protestbewegung in Europa sind, die gegenwärtig die traditionellen Bilder der ruhigen ländlichen Idylle durch das laute Rufen nach Veränderung und gerechteren Bedingungen ersetzt.