27. Mai, 2024

Wirtschaft

Maersk-Chef Clerc zweifelt am Wert des Hamburger Hafens für Deutschland

Maersk-Chef Clerc zweifelt am Wert des Hamburger Hafens für Deutschland

In der Debatte um die strategische Bedeutung der deutschen Häfen sorgt nun ein Statement des Maersk-Vorstandsvorsitzenden, Vincent Clerc, für Aufsehen. Er hinterfragt den Stellenwert des Hamburger Hafens als Schlüsselknotenpunkt für den deutschen Export. "Ist Hamburg das natürliche Tor zur Welt, um beispielsweise deutsche Autos zu exportieren?", hinterfragt Clerc in einem Interview mit der "Zeit". Sein Fazit ist eindeutig: Der Hamburger Hafen stellt nicht das optimale Drehkreuz für den globalen Handelsverkehr dar.

Clerc erwähnt, dass die immensen Summen, welche für die Instandhaltung der Elbe als Zufahrtsweg zum Hamburger Hafen aufgewendet werden, durchaus kritisch zu betrachten sind. Einsparpotential sieht er in der Nutzung des Bremerhavens, der sich durch seine Lage, seine Modernität und Effizienz als attraktive Alternative anbietet. Hier gesteht er offen ein Eigeninteresse ein, da Maersk Anteile am Bremerhavener Hafen hält.

Der Maersk-CEO zeigt sich als kritischer Beobachter der finanziellen Subventionierung des Hamburger Hafens durch Steuergelder und fordert eine Überprüfung der Investitionen, insbesondere in Hinblick auf die hohen Summen, die für das Ausbaggern der Elbe nötig sind, während nur 100 Kilometer entfernt ein konkurrierender Hafen mit tieferen Wasserwegen bereitsteht.

Trotz verhaltener Kritik am Hamburger Hafen steht Maersk als Branchenführer ökonomisch fest im Sattel. Die Reederei verzeichnete im Vorjahr bei einem Umsatz von ungefähr 47,4 Milliarden Euro einen Gewinn von etwa 3,6 Milliarden Euro, was auf ein stabilisiertes Geschäftsmodell hinweist, auch wenn es nicht an die Rekordmarke von 27 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2022 heranreicht.

In ferner Zukunft wird Maersk zusätzlich durch die "Gemini Cooperation" an Seite gestärkt. Diese Schifffahrtsallianz geht ab Februar 2025 gemeinsam mit Hapag-Lloyd, der fünftgrößten Reederei weltweit, mit Sitz in Hamburg, an den Start.