18. Juli, 2024

Politik

Macron ruft zur vereinten Front gegen Rassemblement National auf

Macron ruft zur vereinten Front gegen Rassemblement National auf

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat im Vorfeld der zweiten Runde der französischen Parlamentswahl einen dringenden Aufruf zu einem Zusammenschluss gegen das rechtsnationale Rassemblement National gestartet. Dies sei, so betonte der Élyséepalast unmittelbar nach Veröffentlichung der ersten Hochrechnungen am Sonntagabend, der Moment für eine klare, demokratische und republikanische Einheitsfront angesichts der Partei um Marine Le Pen.

Den Hochrechnungen zufolge könnte das Rassemblement National künftig die stärkste Kraft in der französischen Nationalversammlung darstellen. Mit 34 bis 34,2 Prozent landete es gemeinsam mit seinen Verbündeten in der ersten Runde der vorgezogenen Parlamentswahl in Frankreich auf Platz eins.

Das Mitte-Lager von Macron erreichte hingegen mit 20,3 bis 21,5 Prozent lediglich den dritten Platz, hinter dem Linksbündnis Nouveau Front Populaire mit 28,1 bis 29,1 Prozent. Entscheidend darüber, wie viele Sitze die jeweiligen Blöcke in der Nationalversammlung tatsächlich erhalten, werden jedoch erst die Stichwahlen am 7. Juli sein.

Vor der zweiten Wahlrunde sind in Frankreich lokale Bündnisse üblich, die den endgültigen Wahlausgang wesentlich beeinflussen können. Parteien verständigen sich häufig darauf, in bestimmten Wahlkreisen zur Wahl eines Kandidaten aus einer anderen politischen Strömung aufzurufen.

Macron setzt darauf, dass linke Kräfte und das Mitte-Lager durch solche Bündnisse einen überwältigenden Sieg der Rechtspopulisten in den Stichwahlen verhindern können. Er wies auch darauf hin, dass die hohe Wahlbeteiligung – die Hochrechnungen zufolge zwischen 65,8 und 67 Prozent lag – die Bedeutung dieser Abstimmung für die Franzosen und ihren Wunsch nach politischer Klarheit widerspiegle.