21. Juni, 2024

Wirtschaft

Lohnanstieg und Reallohnplus: Positive Impulse für die deutschen Einkommen

Lohnanstieg und Reallohnplus: Positive Impulse für die deutschen Einkommen

Die Bruttoeinkommen der Beschäftigten in Deutschland haben im ersten Quartal dieses Jahres einen deutlichen Schub erfahren. In einem beachtlichen Anstieg um 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum spiegeln sich kräftige Tarifsteigerungen und steuerfreie Inflationsausgleichsprämien wider, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Der moderate Anstieg der Verbraucherpreise um 2,5 Prozent führte zu einem signifikanten Reallohnzuwachs um 3,8 Prozent – der höchste seit Beginn der Statistik im Jahr 2008.

Diese nominalen Lohnzuwächse wurden lediglich im zweiten Quartal 2023 noch übertroffen. Inflationsausgleichsprämien, die vom Staat bis zu einem Betrag von 3000 Euro steuer- und abgabenfrei gestellt wurden, spielten neben den tariflichen Lohnerhöhungen eine entscheidende Rolle. Überdurchschnittliche Zuwächse waren insbesondere in Sektoren mit hohem Anteil des öffentlichen Dienstes zu verzeichnen. Beschäftigte mit geringeren Einkommen profitierten ebenfalls überproportional von dieser Entwicklung.

Reallöhne setzen die Bruttogehälter in Relation zur Entwicklung der Verbraucherpreise. Nach einem deutlichen Anstieg der Inflation und einem damit verbundenen Rückgang der Reallöhne seit dem Schlussquartal 2021 ist seit Mitte 2023 eine positive Wende zu beobachten. Trotz dieses Aufschwungs haben die Reallöhne die durch die Covid-Pandemie entstandenen Verluste noch nicht vollständig ausgeglichen, wie Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) bemerkte.

Der Ökonom betonte, dass der Privatkonsum noch keinen nachhaltigen Erholungskurs eingeschlagen habe. „Viele Deutsche scheinen nach dem großen Inflationsschock der vergangenen beiden Jahre erst einmal ihren Notgroschen wieder aufstocken zu wollen, bevor sie wieder mehr Geld ausgeben“, analysierte Dullien. Für die kommenden Monate erwartet er weiterhin robuste Zuwächse bei den Nominallöhnen, allerdings mit einer möglichen Abschwächung durch den Wegfall der Inflationsausgleichsprämien.