22. Februar, 2024

Wirtschaft

Liquidität für das Schienennetz: Deutschland reduziert Anteile an der DHL Group

Liquidität für das Schienennetz: Deutschland reduziert Anteile an der DHL Group

Die Bundesrepublik Deutschland hat über ihre Förderbank, die KfW, einen beträchtlichen Teil ihrer Beteiligung an der DHL Group auf den Markt gebracht und damit das Kapital für die anstehende Modernisierung des deutschen Schienennetzes gestärkt. Durch den Verkauf von 50 Millionen Aktien der Logistikgruppe, ehemals unter dem Namen Deutsche Post firmierend, erlöste der Staat brutto nahezu 2,2 Milliarden Euro. Der Preis je Aktie wurde auf 43,45 Euro festgesetzt, wie aus einer Bekanntmachung am späten Dienstagabend hervorgeht.

Der Absatz der DHL-Anteile wirkte sich allerdings auf den Börsenkurs aus, der am darauffolgenden Handelstag einen sichtbaren Rückschlag erleiden musste. Mit einem Minus von etwas über vier Prozent war das Papier der Logistikgruppe auf 42,54 Euro gefallen und markierte damit das Ende der Fahnenstange im Dax. Dieser Preisverfall führte die Anteile der DHL Group zurück auf ein Preisniveau, das zuletzt im November beobachtet wurde.

Eine beschleunigte Platzierung, die primär institutionellen Investoren zugänglich gemacht wurde, führte zu einer Reduzierung der staatlichen Beteiligung an der DHL Group von zuvor 20,5 Prozent auf nun 16,5 Prozent. Trotz des verringerten Anteils bleibt die KfW weiterhin einer der größten Aktionäre des Postnachfolgers.

Die Veräußerung der Staatsanteile überrascht nicht im Kontext der jüngsten Haushaltsdebatten und wurde durch die Notwendigkeit der Finanzierung von Ausbesserungsarbeiten am maroden Schienennetz Deutschlands forciert. Nachdem das Bundesverfassungsgericht die bestehenden Haushaltspläne aufgewirbelt hatte, musste die Regierung nach alternativen Finanzquellen Ausschau halten. Hierbei wurde von Seiten des Finanzministeriums vermehrt darauf hingewiesen, dass der Verkauf nicht mehr benötigter Bundesbeteiligungen angestrebt wird.

Neben der DHL Group standen auch die Anteile an der Deutschen Telekom im Fokus der Überprüfung. Ziel sei es, hier eine strategische Beteiligung von 25 Prozent plus einer Aktie zu behalten. Die Bund-Länder-Beteiligung an der Telekom belief sich Ende letzten Jahres auf circa 30,5 Prozent, was sich im Laufe der Zeit noch ändern könnte, um zusätzliche finanzielle Spielräume zu schaffen.