17. Juli, 2024

Märkte

Leichte Verluste bei Bundesanleihen nach politischer Unsicherheit in Frankreich

Leichte Verluste bei Bundesanleihen nach politischer Unsicherheit in Frankreich

Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Montag leicht nachgegeben. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel am Vormittag um 0,11 Prozent auf 130,94 Punkte. Zugleich stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,57 Prozent.

Das unerwartete Wahlergebnis in Frankreich hat den Anleihemarkt kaum beeinträchtigt. Das Linksbündnis erreichte bei den Wahlen zur Nationalversammlung die meisten Abgeordnetensitze, während das Parteienbündnis der Mitte den zweiten Platz belegte. Die rechtsnationale Partei "Rassemblement National" kam auf den dritten Rang. Allerdings wird die Regierungsbildung herausfordernd sein, da das Linksbündnis keine absolute Mehrheit erzielte.

Bruno Cavalier, Chefvolkswirt der Privatbank Oddo BHF, kommentierte: "Der linke Block befürwortet Steuererhöhungen und steht dem Problem der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gleichgültig gegenüber." Eine Entspannung bei den Risikoprämien für französische Staatsanleihen sei nicht in Sicht. "Vielmehr wird es Gründe für einen Anstieg geben, wenn sich der Haushaltsprozess verzögert oder wenn Frankreichs finanzpolitischer Kurs von einem glaubwürdigen Weg zur Sanierung der Staatsfinanzen abweicht."

Am Montag stiegen die Renditen französischer Staatsanleihen leicht an, während sich der Risikoaufschlag zu deutschen Bundesanleihen etwas verringerte.

Nebst politischen Unsicherheiten bewegten enttäuschende Handelsdaten den Markt nicht nachhaltig. Die deutschen Exporte verzeichneten im Mai einen stärkeren Rückgang als erwartet, während die Importe noch deutlicher sanken. Zudem fiel der vom Institut Sentix erhobene Konjunkturindikator im Juli zurück, nachdem er acht Monate in Folge gestiegen war. "Die jüngste Erholung der europäischen Wirtschaft findet ein jähes Ende", so Sentix. Die Entwicklung sei ein herber Rückschlag.