25. Februar, 2024

Wirtschaft

Landwirte und Friedensaktivisten vereint im Protest gegen neue Rheinmetall-Munitionsfabrik

Landwirte und Friedensaktivisten vereint im Protest gegen neue Rheinmetall-Munitionsfabrik

In Unterlüß, Niedersachsen, formierte sich am Montag ein breitgefächertes Protestbündnis bestehend aus rund 400 Demonstranten, darunter Landwirte auf etwa 300 Traktoren, die ihre Unzufriedenheit über die Entwicklungen im Agrarsektor und die Sicherheitspolitik der Bundesregierung zum Ausdruck brachten. Die Demonstranten fanden sich vor den Toren der geplanten Munitionsfabrik des deutschen Rüstungsunternehmens Rheinmetall ein, um unter anderem gegen bevorstehende Kürzungen beim Agrardiesel und politische Entscheidungen der Ampelkoalition in Berlin zu protestieren. Die Zufahrten zum Gelände wurden blockiert, was zu Verkehrsbeeinträchtigungen führte, jedoch ohne den Dorfdurchlauf komplett zu unterbinden. Unterstützung erhielten die Landwirte durch eine Gruppe von Friedensaktivisten, die unter dem Banner der Friedensaktion Südheide einer Mahnwache abhielten. Laut dem Sprecher der Gruppe wurde eine deeskalierende Haltung und ein Umdenken der Regierung in der Rüstungs- und Kriegspolitik angemahnt. Der zeitliche Anlass für die Zusammenkunft der verschiedenen Interessengruppen war der offiziell geplante erste Spatenstich für die neue Fabrikationsstätte, welche unter anderem zur Produktion von Artilleriemunition genutzt werden soll. Die neue Anlage, die den Namen 'Werk Niedersachsen' tragen wird, befindet sich inmitten des bereits existierenden größten Produktionsstandorts von Rheinmetall in Unterlüß. Hier werden neben Munition auch hochmoderne Militärfahrzeuge wie der Schützenpanzer Puma gefertigt. Zu den erwarteten Ehrengästen für die Zeremonie zum Baubeginn gehörten Bundeskanzler Olaf Scholz sowie Verteidigungsminister Boris Pistorius, beide angehörig der SPD.