29. Februar, 2024

Wirtschaft

Kürzungen im Schienennetz: DB InfraGo setzt Prioritäten im Bestandsnetz

Kürzungen im Schienennetz: DB InfraGo setzt Prioritäten im Bestandsnetz

Trotz des erbitterten Engagements für die Modernisierung des deutschen Schienennetzes und ambitionierter Ziele im Güterverkehr muss die Deutsche Bahn ihre Mittel nun sorgfältiger kanalisieren, nachdem der Bundeshaushalt zu einer Finanzierungskürzung führte. Die frisch etablierte DB InfraGo macht deutlich: Sanierung vor Innovation. Im Rahmen einer strategischen Kehrtwende werden umfassende Modernisierungsarbeiten hintangestellt, um die dringliche Instandsetzung des aktuellen Netzes zu gewährleisten. Diese Priorisierung resultiert aus den Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums und den finanziellen Unwägbarkeiten, die aus einem Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichts herrühren.

Philipp Nagl, Oberhaupt der DB InfraGo, bekundete Ende Januar in einer Mitteilung an den Aufsichtsrat, dass die unerwartete Budgetlücke eine umgehende Neubewertung der Vorhaben erforderlich mache – mit Akzent auf das vorhandene Bahnnetz. Dementsprechend stehen ambitionierte Ausbauprojekte wie der neue Güterkorridor von Uelzen nach Halle oder die Digitalisierung der Hamburger S-Bahn vorerst nicht zur Realisierung bereit. Des Weiteren wird die Verschiebung des Fangschleuse-Bahnhofs, eines Verkehrsprojekts von essentieller Bedeutung für das Tesla-Werk in Grünheide, in Kauf genommen.

Obwohl das Verkehrsministerium und die Deutsche Bahn betonen, an den Ausbauzielen festhalten zu wollen, signalisieren die aktuellen Entwicklungen potenzielle zeitliche Verzögerungen. Mehrere in Planung oder Bauphase befindliche Projekte müssten eventuell auf Eis gelegt werden. Die DB unterstreicht jedoch ihr Engagement, zunächst die begonnenen Bauprojekte und die Sanierung des bestehenden Netzes zu fokussieren.

Der ökologische Wandel des Verkehrssektors und die Effizienz der Schieneninfrastruktur stehen somit vor ernsthaften Hürden, die auch auf politischer Ebene Resonanz finden. Etwa fordert Dirk Flege von der Allianz Pro Schiene konsequente Planungs- und Finanzierungsstrategien für diesen essenziellen Wirtschaftsbereich. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel unterstreicht die Dringlichkeit des Themas mit dem Verweis auf fortwährende Kapazitätsprobleme und eine notwendige Klarstellung der zukünftigen Investitionspläne.