12. Juli, 2024

Wirtschaft

Kurz vor Strafzöllen: VDA warnt vor wirtschaftlichen Folgen

Kurz vor Strafzöllen: VDA warnt vor wirtschaftlichen Folgen

Mit Blick auf die bevorstehenden vorläufigen EU-Strafzölle auf chinesische Elektro-Autos hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) eindringlich vor gravierenden Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft gewarnt. In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Eckpunktepapier kritisierte der VDA, dass die Strafzölle weder der EU noch Deutschland dienlich seien. Der Verband betonte die möglichen "enormen" Schäden durch etwaige Gegenmaßnahmen aus China. Als der weltweit größte Automobilmarkt ist China von entscheidender Bedeutung für die deutschen Autobauer. Im Jahr 2023 war China der drittgrößte Exportmarkt für deutsche Fahrzeuge, gleich nach den USA und dem Vereinigten Königreich. Insbesondere Einfuhrzölle auf Fahrzeuge mit einem Hubraum von mehr als 2,5 Litern würden die Branche schwer belasten. Rund ein Drittel der nach China exportierten deutschen Autos fiel 2023 in diese Kategorie. Der VDA unterstrich, dass hohe Steuern das angestrebte Ziel, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und die heimische Industrie vor unfairen Praktiken zu schützen, nicht erreichen könnten. Stattdessen würden sie den Ausbau der Elektromobilität und die Erreichung der Klimaziele behindern. Die formale Inkraftsetzung der vorläufigen Zölle durch die EU-Kommission wird am Donnerstag erwartet. Ab dem 5. Juli könnten diese dann durch eine Sicherheitsleistung erhoben werden. Ob die Zölle von bis zu 38,1 Prozent tatsächlich einbehalten werden, hängt davon ab, ob eine einvernehmliche Lösung mit China gefunden wird. Eine langfristige Entscheidung über die Zölle wird bis spätestens November erwartet, wobei diese unter Umständen rückwirkend erhoben werden könnten. Die Drohung mit Strafzöllen basiert auf einer Untersuchung der EU-Behörde, die feststellte, dass chinesische E-Auto-Hersteller durch unfaire Subventionen Vorteile genießen, was Wettbewerbsnachteile für europäische Produzenten bedeuten könnte. Trotz alledem erwartet die deutsche Autoindustrie keine Flut chinesischer E-Autos auf dem europäischen Markt. Der Anteil chinesischer Fahrzeuge am gesamten Pkw-Markt dürfte sich bis 2030 auf etwa fünf bis zehn Prozent einpendeln, so der Verband. Dies sei auch auf die starke Markenbindung europäischer Verbraucher zurückzuführen. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 verkauften deutsche Hersteller etwa zehnmal so viele E-Autos in China wie chinesische Produzenten in Deutschland.