27. Juli, 2026

KI

Künstliche Intelligenz und der Klang des Vertrauten: Scarlett Johansson contra OpenAI

Künstliche Intelligenz und der Klang des Vertrauten: Scarlett Johansson contra OpenAI

Was klingt wie Science-Fiction, ist im Silicon Valley bereits gelebte Realität: die Verschmelzung von Prominentenstimmen mit virtuellen Assistenten. Doch im Fall der Schauspielerin Scarlett Johansson und des KI-Unternehmens OpenAI stellen sich rechtliche und ethische Fragen. Johansson, bekannt aus Filmen wie "Lost in Translation" und "Marriage Story", sieht sich ungewollt als Muse für OpenAIs neueste Kreation. Der Geschäftsführer von OpenAI, Sam Altman, hatte zuvor erfolglos versucht, die Schauspielerin für ein Lizenzabkommen zu gewinnen, um ihre Stimme für die KI-Sprachassistenz nutzen zu dürfen.

Der aktuelle Disput dreht sich um eine sprachliche Darbietung von OpenAIs Assistenz, genannt "Sky", die Johanssons Tonfall verblüffend ähnlich sein soll. Die Oscarnominierte Aktrice beauftragte bereits einen Anwalt und forderte das Unternehmen auf, die Verwendung von "Sky" einzustellen. Obwohl OpenAI betont, dass die Stimme einer anderen Professionellen gehöre und keine Nachahmung darstelle, zog die KI-Schmiede die Stimme nach Bedenken über das Wochenende zurück.

Die Situation bekommt ihre Ironie durch Johanssons Rolle im Film "Her", wo sie eine KI verkörperte und damit eine gesellschaftskritische Perspektive auf die zunehmend realistische Technologie bot. OpenAI, das sich der Entwicklung fortschrittlicher KI-Technologien wie des GPT-4o widmet, steht somit vor juristischen Herausforderungen, insbesondere nach vorherigen Klagen durch Autorenverbände und renommierte Publikationen.

Nicht zuletzt zeigt dieser Konflikt auch Johanssons Bereitschaft, sich gegenüber mächtigen Konzernen zu positionieren. Bereits im Jahr 2021 hatte sie erfolgreich Disney verklagt. Ihren künstlerischen Wirken lässt sich die Schauspielerin dadurch jedoch nicht einengen, pendelt sie doch geschickt zwischen anspruchsvollen Regiearbeiten und Kassenhits wie der "Avengers"-Reihe. Unternehmen und Kreative stehen somit vor einer Gratwanderung im Umgang mit den begehrten Stimmen des Showgeschäfts.