19. Mai, 2024

Politik

Kreml überrascht mit Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums

Kreml überrascht mit Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums

In einer unerwarteten Wendung hat der russische Präsident Wladimir Putin seinen langjährigen Verteidigungsminister Sergej Schoigu von seinen Pflichten entbunden und Andrzej Beloussow als Nachfolger präsentiert. Diese Entscheidung, die sowohl in Russland als auch international für großes Aufsehen sorgte, wirft Fragen auf, welche Auswirkungen dies auf den Krieg in der Ukraine haben könnte. Insider vermuten interne Machtkämpfe sowie eine strategische Neuausrichtung auf die Kriegswirtschaft hinter der Ernennung Beloussows.

Der Wechsel an der Spitze steht im Zusammenhang mit der Neubildung der russischen Regierung nach der kritisierten Präsidentenwahl im März. Während einige hochrangige Regierungsmitglieder wie Premierminister Michail Mischustin ihre Position behalten, muss Schoigu, der das Amt seit 2012 innehatte, weichen. Der Hintergrund scheint komplex: Neben Machtkämpfen im Militärapparat und der Verhaftung von Schoigus Stellvertreter Timur Iwanow steht vor allem Putins Drang zur Reorganisation der kriegsgeplagten Rüstungsindustrie im Raum.

Beloussow wird als Wirtschaftsfachmann geschätzt, der über das nötige Wissen verfügt, finanzielle Mittel für die Kriegsführung zu mobilisieren. Seine Ernennung könnte darauf abzielen, eine Überlegenheit an Soldaten, Material und Waffen zu erreichen und damit die ukrainische Armee entscheidend zu schwächen. Experten glauben jedoch, dass Beloussows Einsetzung wenig Einfluss auf die strategische Kriegsführung haben wird. Trotz jüngster taktischer Erfolge, einschließlich einer neuen Offensive im Gebiet Charkiw, bleibt Russlands Position prekär.

Schoigu hingegen wird als Zugeständnis an seine langjährige Loyalität der Posten des Sekretärs des nationalen Sicherheitsrats angetragen. Freunde und Weggefährten Putins zeigen sich solidarisch, und Schoigus neue Position impliziert den direkten Kontakt zum Präsidenten.

Außenminister Sergej Lawrow, ein weiterer enger Vertrauter Putins, dürfe derweil trotz der anhaltenden Kritik an seiner Rolle bei der Rechtfertigung des Krieges gegen die Ukraine im Amt bleiben. Sein diplomatischer Kurs wird wohl auch zukünftig auf die Pflege und den Ausbau der Beziehungen zu verbündeten Staaten wie China ausgerichtet sein.