29. Februar, 2024

Politik

Kreml-Führung im Medien-Dialog: Putin beansprucht Verhandlungsmacht und Militärführung der Ukraine im Wechsel

Kreml-Führung im Medien-Dialog: Putin beansprucht Verhandlungsmacht und Militärführung der Ukraine im Wechsel

In einem seltenen und medial vielbeachteten Auftritt im US-Fernsehen legte Wladimir Putin dem Westen nahe, die Früchte eines langgezogenen Konflikts in der Ukraine zu überdenken. Bei dem von Tucker Carlson geleiteten Interview, das nach Kremlangaben auf breite Resonanz stieß, versuchte Putin sich als ein bereitwilliger Verhandlungspartner zu inszenieren, sofern der Westen die Unmöglichkeit eines militärischen Sieges einsehe. In aufsehenerregenden Bemerkungen betonte Putin, dass Russland keine Expansion in Richtung Polen oder Lettland anstrebt, sofern diese Staaten nicht zu Aggressoren würden. Eine Position, der man in Polen skeptisch gegenübersteht. Parlamentspräsident Szymon Holownia warnt vor Leichtgläubigkeit gegenüber Putins Worten und hebt die anhaltende Bedrohung durch Russland hervor.

Währenddessen vollzieht sich in der Ukraine eine signifikante militärische Umstrukturierung. Olexander Syrskyj übernimmt mit der klaren Aufgabe, die Streitkräfte mit moderner Technologie zu stärken. Walerij Saluschnyj, dem Vorgänger, wurde als Abschiedszeichen der ukrainische Ehrentitel verliehen.

Carlson, kontrovers diskutiert für seine Verbreitung von Falschmeldungen, zeigte sich im Gespräch mit Putin wenig konfrontativ. Putin nutzte die Gelegenheit, um unbelegte Vorwürfe, wie die Sprengung der Nord Stream Pipelines durch die USA zu wiederholen. Eine Aussage mit politischer Brisanz ist Putins Andeutung eines möglichen Austauschs zwischen dem inhaftierten US-Journalisten Evan Gershkovich und dem verurteilten Mörder Wadim K.

Das Präsidialamt der Ukraine widmete sich nach der Umstellung der Militärführung auch der Anerkennung der Verdienste Saluschnyjs, dessen Führungsrolle im Krieg viele Bürger honorieren und ihn gar in höheren politischen Ämtern sähen.

Abschließend betonte der Kreml die positive Resonanz auf das Interview im eigenen Land, während Polens offizielle Stimmen vor einer Unterschätzung der russischen Aussagen warnen. Die Zukunft der ukrainischen Militärführung ist nun fest in der Hand von Syrskyj, der vor der Herausforderung steht, den Widerstand gegen die russische Aggression zu stärken.