22. April, 2024

Politik

Kraftprobe im Nahen Osten: Israel beendet Anti-Terror-Einsatz in Gazas größter Klinik

Kraftprobe im Nahen Osten: Israel beendet Anti-Terror-Einsatz in Gazas größter Klinik

Nach intensiven Kämpfen über die Dauer von zwei Wochen hat die israelische Armee ihre Operation in der Schifa-Klinik, dem größten Krankenhaus im Gazastreifen, abgeschlossen. Die Aktion, die als Anti-Terror-Maßnahme gegen die Organisation Hamas deklariert war, forderte über 200 Mitglieder islamistischer Gruppierungen und Extremisten. Dies berichtete Benjamin Netanjahu, der Ministerpräsident von Israel. Darüber hinaus ergaben sich, laut seinen Angaben, Hunderte den israelischen Streitkräften.

Das Echo der Heftigkeit dieser militärischen Aktivität spiegelte sich in den Berichten wider, die von rund 300 Toten im Umfeld des Krankenhauses und signifikanten Zerstörungen des Krankenhauskomplexes ausgingen, wo sich Extremisten verschanzt hatten.

Obgleich Netanjahu den Einsatz als triumphale Maßnahme hervorhebt, sieht er sich im eigenen Land mit beträchtlichem Widerstand konfrontiert. Das israelische Volk machte durch eine Massendemonstration in Jerusalem seinen Unmut deutlich und verlangte den Rücktritt der aktuellen Regierung, Neuwahlen und die schnelle Lösung der Geiselsituation – viele Bürger sind seit Oktober vergangenen Jahres in der Gewalt der Hamas.

Der Ursprung des Konflikts geht auf ein blutiges Ereignis zurück, bei dem Terroristen der Hamas und anderer Gruppierungen in Israel ein Massaker anrichteten. Die entflammte Situation forderte seitdem zahlreiche Opfer auf beiden Seiten.

Ein Streitpunkt bleibt weiterhin die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe in Israel. Mit dem Auslaufen der bestehenden Ausnahmen und Fehlen einer gesetzlichen Fixierung dieser Privilegien kommt es zu Spannungen in Netanjahus Koalition, die sich aus verschiedensten politischen Spektren zusammensetzt.

Auf der internationalen Ebene bleibt die Hoffnung auf eine Lösung des Geiselproblems und eine Waffenruhe. Die israelische Delegation setzte ihre Gespräche in Kairo fort, nachdem Verhandlungen mit dem Vermittler Katar zuvor gescheitert waren.

Zusätzlich zu den politischen Entwicklungen hat Israel eine bekannte Angehörige der Hamas-Führung festgenommen, was die ohnehin angespannte Lage weiterhin unter Strom setzt.

Inmitten der schweren humanitären Krise legten Hilfsschiffe aus Zypern im Gazastreifen an, um die dringend benötigten Lebensmittel und Medikamente an die leidende Zivilbevölkerung zu verteilen.