16. Juni, 2024

Wirtschaft

Kooperation in der Schwebe: Südwest-Verlage fordern Klarheit vor technischer Zusammenarbeit mit Öffentlich-Rechtlichen

Kooperation in der Schwebe: Südwest-Verlage fordern Klarheit vor technischer Zusammenarbeit mit Öffentlich-Rechtlichen

Valdo Lehari, Vorsitzender der Südwest-Verlage, zeigt sich offen für eine mögliche Kooperation mit ARD und ZDF im Bereich digitaler Plattformen wie Mediatheken. Dabei stellt er jedoch unmissverständlich klar, dass zunächst sämtliche offenen Konflikte mit den Öffentlich-Rechtlichen gelöst werden müssen. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betont Lehari, dass zuvor 'alle anderen Baustellen' bereinigt sein müssen.

ARD und ZDF hatten ihre Pläne bekannt gegeben, gemeinsame technologische Standards für ihre Mediatheken zu entwickeln und dabei auf offene Software (Open Source) zu setzen, die auch von anderen Medienhäusern genutzt werden könnte. Dies teilten der ARD-Vorsitzende Kai Gniffke und der Intendant des ZDF, Norbert Himmler, Anfang Mai mit.

Der Verband der Südwestdeutschen Zeitungsverleger (VSZV), ebenso wie der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), sieht vor einer etwaigen Kooperation jedoch erhebliche Hindernisse. Seit Jahren wird kritisiert, dass die Textlastigkeit bestimmter ARD-Angebote im Netz eine unzulässige Konkurrenz darstelle, die zu presseähnlich sei.

Lehari, auch Ehrenmitglied im Vorstand des BDZV, äußerte bezüglich des Streits um die Presseähnlichkeit, dass man 'gezwungen sei, nach Brüssel und vor Gericht zu ziehen', da keine Einigung erzielt werden könne. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der anhaltende Rechtsstreit mit dem Südwestrundfunk (SWR) über dessen Nachrichten-App 'Newszone'. Bemerkenswert ist, dass ARD-Vorsitzender Kai Gniffke gleichzeitig Intendant des SWR ist.

Hinsichtlich einer Technologie-Kooperation mit den Öffentlich-Rechtlichen zeigte sich Lehari skeptisch: 'Angesichts solcher Auseinandersetzungen kann ich mir nicht vorstellen, dass man jetzt technologisch Hurra schreit und sagt: Da machen wir sofort mit!' Klar formulierte er die Erwartungshaltung: 'Das sind ganz klare Voraussetzungen, die erst erledigt werden müssen, auch als vertrauensbildende Maßnahmen.'

Zusätzlich hob Lehari hervor, dass für eine erfolgreiche Zusammenarbeit die 'Spielregeln klar sein' müssen. Grundsätzlich stellt sich dabei die Frage: 'Gehört es zum öffentlich-rechtlichen Auftrag, Technologie zu betreiben?' Am heutigen Mittwoch versammelt sich der VSZV zu seiner Jahresversammlung in Stuttgart.