19. April, 2024

Wirtschaft

Konkurrenz auf Schienen: Start-up fordert von der Deutschen Bahn mehr Kooperation

Konkurrenz auf Schienen: Start-up fordert von der Deutschen Bahn mehr Kooperation

In der Welt des Schienenverkehrs brodelt es: Das Start-up European Sleeper schaltet das Bundeskartellamt ein, nachdem es die Deutsche Bahn beschuldigt, ihre marktbeherrschende Stellung auszunutzen und den Verkauf von Tickets konkurrierender Anbieter über ihre Plattform zu blockieren. Der DB-Navigator, eine zentrale App für Bahnreisende in Deutschland, bietet zwar Anzeigen für Zugverbindungen wie Flixtrain und ES an, lässt jedoch Kauf und Preisauskunft für deren Dienste vermissen.

European Sleeper, das eine Nachtzugverbindung zwischen Berlin und Brüssel betreibt, sieht seine wirtschaftliche Zukunft durch diese Praxis gefährdet. Mitgründer Elmer van Buuren bezog klar Stellung und betonte, dass ihre Verbindungen mühelos in die Verkaufsangebote der Deutschen Bahn integriert werden könnten. Vor allem in anderen Ländern wie Belgien und Tschechien werden die Tickets von ES bereits auf den dominierenden Plattformen verkauft. Eine Lösung für Deutschland bleibt trotz langwieriger Gespräche aus.

Diese Beschwerde erhält Unterstützung von Flix, einem weiteren Konkurrenten, der gleichfalls betont, dass die Vertriebswege der Deutschen Bahn dominieren und somit alle Anbieter gerechterweise auf diesen angezeigt und buchbar sein sollten. Der Fahrgastverband Pro Bahn schließt sich dieser Forderung an, besonders in Bezug auf internationale Reisen. Pro Bahn-Vorsitzender Detlef Neuß wies auf die Komplikationen für Reisende hin, die bei Verspätungen oder Ausfällen verschiedener Bahnunternehmen entlang einer Reiseroute entstehen können.

Die Deutsche Bahn gibt zwar an, über Konkurrenzverbindungen neutral zu informieren, behält sich aber die Entscheidung über Kooperationen im Vertriebsbereich unternehmerisch vor. Dabei betonte eine Sprecherin, dass der Verkauf von ES-Tickets über ihre Plattformen nicht geplant sei.

Diese Entwicklung zeigt deutlich, wie die Digitalisierung und der freie Markt im Bahnverkehr zu einem Spannungsfeld zwischen Start-ups, etablierten Unternehmen und den Bedürfnissen der Fahrgäste werden. Die kommenden Wochen könnten entscheidend sein, um zu sehen, ob das Kartellamt eine Wende erzwingen kann oder nicht.