29. Februar, 2024

Wirtschaft

Konflikt um Prime Video: Verbraucherschutz klagt gegen Amazons Werbepläne

Konflikt um Prime Video: Verbraucherschutz klagt gegen Amazons Werbepläne

Der Kampf um Werbefreiheit beim Streaming-Dienst Prime Video erreicht eine neue Eskalationsstufe. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) nimmt juristische Maßnahmen gegen die Amazon Digital Germany GmbH in Angriff. Die Kontroverse entflammte an Amazons Ankündigung, Filme und Serien ab dem 5. Februar mit der Option auf Werbeeinblendungen zu versehen. Kunden würden, sollten sie diesen Zusatz ignorieren wollen, zur Kasse gebeten und müssten fast drei Euro mehr pro Monat zahlen.

Diese für Nutzer tief greifende Neuerung in den Streaming-Gewohnheiten bedarf nach Auffassung des Verbands einer expliziten Einwilligung der Vertragsparteien. Eine wesentliche Vertragsänderung, insoweit ist sich der VZBV sicher, liegt hier vor und diese kann nicht ohne Zustimmung der Konsumenten rechtens sein. Eine Abmahnung sei bereits ausgesprochen, gefolgt von einer Klage gegen das scheinbar ultimative Vorgehen von Amazon.

„Vollendete Tatsachen sind kein gültiges Konzept, wenn es um Verbraucherrechte geht“, erklärte Ramona Pop, Chefin des VZBV, mit Nachdruck. Sie pocht darauf, dass die Prime-Video-Kunden weiterhin den Anspruch auf ein werbefreies Erlebnis hätten, ohne dass dafür extra Kosten anfallen – so wie es ihr Vertrag verspricht. Der Prozess gegen Amazon soll nun klären, ob der Streaming-Dienst die gewünschte Zustimmung doch noch einholen muss oder ob ihre bisherige Vorgehensweise als zulässig erachtet wird. Für die Kundschaft von Prime Video könnte das Urteil weitreichende Folgen haben, insbesondere für den Komfort ihres Streaming-Erlebnisses.