16. Juni, 2024

Politik

Konflikt in Rafah: Tödliche Angriffe und internationale Forderungen

Konflikt in Rafah: Tödliche Angriffe und internationale Forderungen

Die Welle der Gewalt im Gazastreifen setzt sich fort, und Opferzahlen steigen weiter an. Bei jüngsten israelischen Angriffsaktionen in Rafah kamen nach palästinensischen Angaben erneut zahlreiche Menschen ums Leben. In der Nacht auf Dienstag sollen laut Gesundheitsbehörde der Hamas, die das Gebiet verwaltet, alleine bei einem nächtlichen Vorstoß 18 Personen gestorben sein. Bei einem weiteren Vorfall im Westen Rafahs beziffert man die Zahl der Toten auf mindestens 20, als Zelte angegriffener Vertriebener getroffen wurden. Es wird berichtet, dass auf das entsprechende Areal mindestens vier Granaten abgefeuert wurden.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben sich der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Kanzler Olaf Scholz zu dem Thema positioniert und gefordert, Israel müsse seine militärischen Aktionen einstellen und völkerrechtliche Bestimmungen respektieren. Scholz betonte dabei die Tragik des Beschusses eines Flüchtlingslagers und erneuerte die Forderung nach Freilassung der von der Hamas festgehaltenen Geiseln sowie der Gewährleistung humanitärer Hilfe.

Die israelische Armee weist Behauptungen, in der als humanitäre Zone markierten Region Al-Mawasi zugegriffen zu haben, zurück. Man erklärte weiterhin, das Militär wäge bei seinen Operationen im Gebiet Rafahs Schutzmaßnahmen für Unbeteiligte stets ab. Ein Luftangriff am Sonntag mit zahlreichen zivilen Opfern sorgte indes für internationale Bestürzung. Ärzte ohne Grenzen berichtete von einem Lager für Vertriebene, das getroffen wurde. Israelische Offizielle bestritten dies und führten an, es handele sich um Fehlinformationen der Hamas. Ziel sei nicht eine humanitäre Zone gewesen, beteuerte das Militär.

Die Untersuchungen zum Ausmaß des Luftangriffs erstrecken sich auf die Frage, ob womöglich explosible Materialen das entstandene Feuer verstärkt haben könnten. Währenddessen verpflichtete der Internationale Gerichtshof Israel dazu, seine Operationen zu beenden, um die Vernichtung der Bevölkerung in Gaza zu verhindern. Die Situation entwickelte sich nach einem verheerenden Massaker am 7. Oktober, durchgeführt von Hamas-Terroristen, welches die israelische Offensive nach sich zog. Aufgeführte Opferzahlen der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen umfassen 36.096 Tote und über 81.000 Verletzte, ohne dabei zwischen Zivilisten und Kämpfern zu unterscheiden.