Die nächste Weltklimakonferenz, die unter dem offiziellen Namen der Conference of the Parties (COP) bekannt ist, wird voraussichtlich in der Türkei stattfinden und dabei eine besondere Kooperationsform mit Australien umfassen. Diese richtungsweisende Einigung wurde während der laufenden Klimaverhandlungen im brasilianischen Belém unter der Leitung von Jochen Flasbarth, dem deutschen Umweltstaatssekretär, erzielt. Obwohl die finale Zustimmung des Plenums noch aussteht, gilt der Kompromiss bereits als wegweisend für die internationale Klimadiplomatie.
In einem bislang unkonventionellen Ansatz soll die Türkei als Gastgeber- und Präsidentschaftsfunktion übernehmen, während Australien mit Unterstützung der Verhandlungspräsidentschaft tragen wird. Jochen Flasbarth äußerte, dass dieses Modell innovative Wege eröffnen könnte, um den internationalen Klimaschutz voranzutreiben und effektiver zu gestalten. Der australische Premierminister Anthony Albanese lobte die getroffene Übereinkunft und hob die bedeutende Zusammenarbeit mit den pazifischen Inselstaaten wie Papua-Neuguinea und Fidschi hervor. Diese Inselstaaten sind besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, und es ist ein zentrales Anliegen der australischen Regierung, deren Interessen verstärkt in den Fokus globaler Klimaschutzmaßnahmen zu rücken.
Ein endgültiges Scheitern der Verhandlungen hätte möglicherweise Deutschland, als Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn, in die Rolle eines Ausweichgastgebers versetzt. Die logistische Herausforderung, zehntausende Teilnehmende unterzubringen, wäre bei dem engen Zeitrahmen eine erhebliche Belastung gewesen, die Berlin bevorzugt vermeiden wollte. Albanese betont zudem, dass eine Verlagerung des Gipfels nach Bonn den multilateralen Klimaschutzbemühungen keine wesentlichen Vorteile gebracht hätte.
Obwohl der genaue Tagungsort noch festgelegt werden muss, ist Antalya als potenzieller Austragungsort im Gespräch. Das zwischen der Türkei und Australien vereinbarte rotierende System fand in dieser Konstellation eine gemeinschaftliche Lösung, die beiden Ländern strategische Vorteile bieten soll. Dies könnte zukünftig als Modell für weitere internationale klimadiplomatische Zusammenarbeiten dienen und so den Weg für eine effektivere und gerechtere globale Klimapolitik ebnen.