14. Juli, 2024

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KI-Euphorie treibt Nasdaq auf Rekordhoch – Adobe im Fokus

KI-Euphorie treibt Nasdaq auf Rekordhoch – Adobe im Fokus

Die Technologiebörse Nasdaq erreichte am Freitag dank der wachsenden Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) ein weiteres Rekordhoch. Ausschlaggebend war diesmal der optimistischere Ausblick des Mediensoftwarekonzerns Adobe, der die Technologiebranche erneut beflügelte. Im Gegensatz dazu gaben der marktbreite S&P 500 und der Dow Jones Industrial moderat nach.

Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 0,15 Prozent bei 38.589,16 Punkten und konnte damit seine frühen Verluste verringern. Im Verlauf der Woche verzeichnete der bekannteste Index der Wall Street insgesamt ein Minus von gut einem halben Prozent. Der S&P-500-Index sank nach mehreren Rekordtagen um 0,04 Prozent auf 5.431,60 Punkte. Der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 hingegen gewann 0,42 Prozent und erreichte 19.659,80 Zähler, was im Wochenverlauf ein Plus von 3,5 Prozent darstellt.

Die von der Universität Michigan ermittelte US-Verbraucherstimmung trübte sich im Juni unerwartet ein, was die allgemeine Stimmung nur kurzzeitig belastete. Das Konsumklima fiel auf den tiefsten Stand seit November 2023, obwohl Ökonomen einen Anstieg prognostiziert hatten. Neue Inflationsdaten für Mai weckten Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen in den USA, was besonders zinssensible Technologiewerte stützte.

Die US-Notenbank Fed signalisierte am Mittwoch zwar nur eine Zinssenkung innerhalb dieses Jahres, jedoch halten ein Drittel der Währungshüter zwei Zinsschritte für möglich. Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater kommentierte: "Viel spricht dafür, dass die US-Notenbank im Herbst mit einer ersten Zinssenkung beginnt, alle weiteren Schritte aber eng an die künftigen Wirtschaftsdaten bindet."

Adobe profitierte stark vom KI-Boom und übertraf mit seinem zweiten Geschäftsquartal die Erwartungen der Analysten. Der Softwarekonzern, bekannt für seine Photoshop-Software, hat seine Produkte mit neuen KI-Funktionen ausgestattet und die Preise angehoben. Diese Maßnahmen zerstreuten Sorgen über mögliche Konkurrenz durch neue KI-Tools zur Medienbearbeitung. Die Adobe-Aktie stieg um 14,5 Prozent und führte damit den Nasdaq 100 an.

Auch andere Tech-Unternehmen profitierten: Die Aktien von Halbleiterhersteller Broadcom und Nvidia erreichten neue Höchstwerte. Broadcom legte um 3,3 Prozent zu, Nvidia gewann 1,8 Prozent. Im Gegensatz dazu gaben Apple und Oracle einen Teil ihrer jüngsten Gewinne ab, während Microsoft im Plus schloss.

Den Handelstag mit Gewinnen gestartet, endeten die Aktien von Tesla mit einem Minus von 2,4 Prozent. Die Genehmigung eines Aktienpakets für CEO Elon Musk und drohende EU-Strafzölle auf Elektroautos aus China belasteten die Aktien des Elektroautobauers.

Am Devisenmarkt erholte sich der Euro leicht und wurde zuletzt mit 1,0705 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0686 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stieg der Terminkontrakt für zehnjährige Staatsanleihen, während die Rendite zehnjähriger Staatspapiere fiel.