18. Juli, 2024

KI

KI-Boom treibt Marktwert der globalen Top-Unternehmen auf neuen Höchststand

KI-Boom treibt Marktwert der globalen Top-Unternehmen auf neuen Höchststand

Der Aufstieg der Künstlichen Intelligenz (KI) hat den Marktwert der 100 größten börsennotierten Unternehmen weltweit weiter in die Höhe getrieben. In den ersten sechs Monaten des Jahres kletterte dieser Wert um beeindruckende 17 Prozent auf insgesamt 42,3 Billionen US-Dollar. Dies markiert einen neuen Höchststand, wie aus einer Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervorgeht. Die Daten stammen vom 28. Juni.

Angeführt wird die Liste von Microsoft, dessen Marktwert 3,32 Billionen US-Dollar erreicht hat. Dies entspricht einem Wert, der 77 Prozent höher liegt als die gesamte Marktkapitalisierung aller Dax-Unternehmen zusammen. Am Ende des ersten Halbjahres 2023 betrug der gemeinsame Wert der 40 größten deutschen Aktiengesellschaften 1,87 Billionen US-Dollar.

Apple belegte den zweiten Platz im Ranking, dicht gefolgt von Nvidia. Letztere hat ihren Börsenwert im ersten Halbjahr nahezu um 150 Prozent gesteigert und erreichte damit 3,04 Billionen US-Dollar. Auch andere Halbleiterproduzenten wie TSMC und Broadcom konnten bedeutende Zugewinne verzeichnen. Insgesamt befanden sich Ende Juni 26 Technologieunternehmen unter den Top 100.

Henrik Ahlers, Vorsitzender der EY-Geschäftsführung, betonte, dass Künstliche Intelligenz ein Megatrend sei, der die Wirtschaftswelt in einem atemberaubenden Tempo neu ordne und die Börsenkurse beflügele. KI-Technologien würden künftig in allen Branchen und im Privatleben zu einschneidenden Veränderungen führen und damit eine gigantische Wertschöpfung erzeugen.

Von der KI-Euphorie profitieren jedoch vor allem US-Unternehmen. Europäische Konzerne spielen eine untergeordnete Rolle, auch wenn sich einige wie ASML, SAP und Arm in die vorderen Reihen vorkämpfen konnten. Diese drei Unternehmen summieren sich auf einen Börsenwert von 812 Milliarden US-Dollar, allerdings haben Tech-Giganten aus Nordamerika zusammen einen Wert von 16,5 Billionen US-Dollar.

Ahlers merkte an, dass Europa beim Thema KI derzeit weitgehend in der zweiten Liga spiele und erheblichen Nachholbedarf habe. Die Entwicklung verlaufe so rasant, dass die Gefahr bestehe, den Anschluss zu verlieren. Zwar gebe es in Europa einige vielversprechende KI-Start-ups, diese seien jedoch nicht börsennotiert und beim Umsatz weit hinter den US-Platzhirschen.

Der KI-Boom könnte die Dominanz der US-Unternehmen an den Weltbörsen weiter verstärken. Am Ende des ersten Halbjahres 2023 stammten 60 der 100 wertvollsten Konzerne aus den Vereinigten Staaten, während 19 aus Europa kamen. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 waren es 46 aus Europa und 32 aus den USA.

Ahlers kommentierte, dass Europa in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen kontinuierlichen Bedeutungsverlust erfahren habe. Die meisten europäischen Top-Unternehmen seien nicht in der Technologiebranche tätig und profitierten daher kaum vom KI-Boom. Daher sei es unwahrscheinlich, dass Europa diesen Trend in den kommenden Jahren umkehren könne.