24. Juni, 2024

Wirtschaft

Juristischer Teilerfolg für Superliga-Anhänger im Kampf gegen FIFA und UEFA

Juristischer Teilerfolg für Superliga-Anhänger im Kampf gegen FIFA und UEFA

In der kontrovers diskutierten Angelegenheit der Fußball-Superliga hat sich ein neuer rechtlicher Vorstoß als partieller Erfolg erwiesen. Ein Handelsgericht in Spanien entschied nun zugunsten der European Super League Company, indem es Einschreitungen der FIFA und UEFA teilweise als unzulässig einstufte. Richterin Sofía Gil Garcia untermauerte im Gerichtsurteil die Auffassung, dass die internationalen Fußballverbände ihre Monopolstellung ausgenutzt und dadurch dem Wettbewerb auf dem Sportmarkt geschadet hätten.

Besonders hervorgehoben wurde dabei, dass die Verbände auferlegte Restriktionen hätten, die gegen bestimmte Artikel des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union versießen und somit unangebracht sowie unverhältnismäßig seien. Obwohl das Urteil der Richterin nicht endgültig ist und in Madrid weiterhin angefochten werden kann, stellt dies einen bemerkenswerten Punkt in der Auseinandersetzung rund um die Superliga dar.

Im Rahmen ihrer Entscheidung bezog sich Gil Garcia auf eine Kernauslegung des Europäischen Gerichtshofs, die bereits im Dezember einen Missbrauch der Marktmacht durch die Fußballverbände rügte. Nach Auffassung des EuGH müsse eine Champions-League-Alternative prinzipiell zugelassen werden, wobei das nicht zwangsläufig zur Genehmigung der Superliga führen müsse.

In einer Stellungnahme kritisierte Javier Tebas, der Präsident der spanischen Profi-Liga, das Urteil und betonte, dass lediglich eine transparente Regelung für neue Wettbewerbe von den Verbänden gefordert werde. Laut Tebas sei das Urteil weder endgültig noch würde es der Superliga-Legitimation verleihen. Das Konzept der Superliga, das maßgeblich von Florentino Pérez, dem Präsidenten des Real Madrid, vorangetrieben wird, bleibt somit in der Schwebe.

Die Gründung der Superliga im Jahr 2021 durch zwölf europäische Spitzenvereine führte zu großem Aufruhr und hatte weitreichende Konsequenzen. Neben der angedrohten Bestrafung durch UEFA und FIFA löste das Vorhaben massive Gegenreaktionen von Ligen, Fans und politischen Akteuren aus, sodass die meisten Clubs sich rasch von dem Projekt distanzierten. Real Madrid und der FC Barcelona bleiben bislang die einzigen Klubs, die den Plan offensiv unterstützen.