25. Februar, 2024

Politik

Junge Deutsche: Demokratie ja, Regierung und Parlament nein

Junge Deutsche: Demokratie ja, Regierung und Parlament nein

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung offenbart ein zwiespältiges Verhältnis junger Deutscher zur politischen Landschaft: Einerseits steht die Demokratie mit 59 Prozent Zustimmung bei den 18- bis 30-Jährigen hoch im Kurs, andererseits hegen mehr als die Hälfte der Befragten in dieser Altersgruppe Misstrauen gegenüber Regierung und Parlament. Dieses Stimmungsbild schneidet im europäischen Vergleich deutlich positiver ab, liegt doch das Vertrauen in die Demokratie im Durchschnitt bei 50 Prozent. Die Skepsis gegenüber den politischen Akteuren ist jedoch ebenfalls ein europaweites Phänomen.

Vor dem Hintergrund eines ausgeprägten Zukunftspessimismus unter jungen Menschen lässt die Bertelsmann-Stiftung Alarmglocken läuten. Um das Vertrauen in demokratische Prozesse nicht zu untergraben, bedarf es nach Meinung der Experten einer Politik, die präventiv und gezielt auf junge Bürger zugeht. Die Studie, für die mehr als 500 junge Erwachsene in Deutschland befragt wurden, zeigt, dass insbesondere Menschenrechtsverletzungen, Klimawandel, sexuelle Belästigung, Missbrauch und die mentale Gesundheit als drängende Probleme empfunden werden.

Besonders die Furcht vor psychischen Leiden ist bei unter 31-Jährigen mit 41 Prozent weit verbreitet und übersteigt deutlich die Sorge der Generation 31 bis 70 Jahre, von der nur 26 Prozent dies als Besorgnis äußerten. Eine repräsentative Umfrage, durchgeführt vom niederländischen Marktforschungsinstitut Glocalities, erfasste die Haltungen der 18- bis 30-Jährigen und spiegelte diese mit denen weiterer neun europäischer Staaten.

Ein Blick in die Zukunft fällt generell düster aus: Sowohl jüngere als auch ältere Generationen prognostizieren mehrheitlich eine Verschlechterung diverser Lebensumstände. Die Ergebnisse verweisen auf eine tiefgreifende Unsicherheit hinsichtlich der Bewältigung zukünftiger Herausforderungen durch die Politik, wobei die jüngeren Deutschen noch pessimistischer gestimmt sind als ihre europäischen Altersgenossen.