18. Juli, 2024

Politik

Joe Biden kämpft um seine politische Zukunft

Joe Biden kämpft um seine politische Zukunft

Nach einem desaströsen TV-Duell mit Donald Trump startete US-Präsident Joe Biden intensiven Bemühungen, seine Anhänger hinter sich zu scharen und seinen Wahlkampf zu stabilisieren. Forderungen nach seinem Rücktritt wies der 81-Jährige entschieden zurück und setzte unbeirrt seine Kampagne fort. Am Wochenende widmete er sich der wichtigen Aufgabe, bei exklusiven Empfängen in New Jersey und den Hamptons, einem prominenten Ort nahe New York, Spenden zu sammeln. Trotz der Rückschläge zeigte sich Biden kämpferisch und entschlossen, seine Eignung für das Amt zu beweisen.

Der Demokrat nutzte ein geplantes Familientreffen in Camp David am Sonntag, um über die Konsequenzen der jüngsten Ereignisse mit seinen engsten Vertrauten zu sprechen. Medienberichten zufolge wurde das TV-Duell, bei dem Biden den Faden verlor und Sätze nicht beenden konnte, hitzig diskutiert. In den USA entbrannte eine Debatte darüber, ob Biden weiterhin der richtige Kandidat der Demokratischen Partei sei. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Bidens Team standhaft und argumentiert, dass das Duell die Meinung der Bevölkerung nicht geändert habe.

Biden selbst setzte auf intensiven Kontakt zu Großspendern und prominenten Unterstützern. Hollywood-Stars wie Sarah Jessica Parker, Matthew Broderick und Michael J. Fox halfen dabei, bei einem Empfang in East Hampton Gelder zu sammeln. Gleichzeitig demonstrierten einige Bürger mit Schildern wie "Wir lieben dich, aber es ist an der Zeit" gegen Bidens Kandidatur. Eine Veranstaltung in New Jersey brachte rund 3,7 Millionen US-Dollar ein, doch unabhängige Überprüfungen dieser Angaben stehen noch aus.

Das Weiße Haus betonte derweil, dass das Familientreffen in Camp David lange geplant gewesen sei und nicht als Krisensitzung verstanden werden sollte. Dennoch bleibt die Zukunft von Bidens Wahlkampagne unsicher. Jill Biden, die seit 47 Jahren mit ihm verheiratet ist und als seine engste Vertraute gilt, verteidigte ihren Ehemann öffentlich und nannte ihn die "richtige und einzige Person für den Job".

Innerhalb der Demokratischen Partei herrscht Alarmbereitschaft. Die kommenden Tage könnten entscheidend sein, insbesondere wenn neue Umfragen veröffentlicht werden. Sollte Bidens Auftritt zu einem Rückgang seiner Umfragewerte führen, könnten auch Spender und Politiker, die im November zur Wiederwahl stehen, nervös werden.

Biden soll auf dem Parteitag im August in Chicago offiziell als Präsidentschaftskandidat gekürt werden. Zwar hat er die dafür nötigen Delegiertenstimmen bereits gesammelt, jedoch könnte die Partei theoretisch noch umschwenken. Namen wie Kamala Harris, Gavin Newsom und Gretchen Whitmer werden als mögliche Nachfolgerinnen und Nachfolger genannt, jedoch scheint keine dieser Optionen momentan überzeugend genug gegen den 78 Jahre alten Trump bestehen zu können.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Michelle Obama, die als Lichtgestalt für viele Demokraten gilt, jedoch ist ihr Einstieg ins Rennen sehr unwahrscheinlich. So setzt die Partei weiterhin auf Biden, wohl wissend, dass sie es versäumt hat, eine klare Nachfolge zu entwickeln. Die politischen Turbulenzen der kommenden Wochen werden zeigen, ob dieser Plan aufgehen kann.