17. Juli, 2024

Politik

Joe Biden im Fokus: Die Herausforderungen eines müden Präsidenten

Joe Biden im Fokus: Die Herausforderungen eines müden Präsidenten

US-Präsident Joe Biden steht derzeit massiv unter Druck, seine Präsidentschaftskandidatur zu retten. Nach einem enttäuschenden Auftritt bei einer TV-Debatte gegen Donald Trump sprach er offen über seine Fehler und betonte, dass er nicht aufgeben werde. „Ich hatte einen schlechten Abend und habe einen Fehler gemacht“, bekannte der 81-Jährige in einem Radiointerview, und fügte hinzu, dass er gelernt habe, stets wieder aufzustehen. Hinter verschlossenen Türen räumte Biden jedoch ein, er fühle sich erschöpft und wolle seine Abendtermine reduzieren. Diese Aussagen könnten seine Stellung innerhalb der Demokratischen Partei weiter schwächen. Besonders kritisch wird ein bevorstehendes TV-Interview mit dem US-Sender ABC betrachtet. Das Gespräch mit George Stephanopoulos soll tagsüber aufgezeichnet und zur besten Sendezeit ausgestrahlt werden. Dies könnte entscheidend sein, ob Biden seine internen Kritiker besänftigen kann oder weiteren Druck erfährt. Nach dem desaströsen TV-Auftritt muss sich Biden nun zunehmend mit der Frage auseinandersetzen, ob er weiterhin der geeignete Kandidat für die Demokraten ist. Kritik aus den eigenen Reihen wird lauter, und es finden Krisengespräche statt, um die Unterstützung zu sichern. In einem kürzlichen Treffen mit mehr als 20 demokratischen Gouverneuren machte Biden deutlich, dass er weniger arbeiten und mehr schlafen müsse, wofür er auch seine Abendtermine einschränken wolle. Einige Gouverneure zeigten sich darüber frustriert. Obwohl Biden erklärte, dass es ihm gesundheitlich gut gehe, gab es widersprüchliche Aussagen von seiner Sprecherin Karine Jean-Pierre, die von einer simplen Erkältung sprach. Biden betonte, dass Stress und lange Auslandsreisen vor der TV-Debatte seinen schwachen Auftritt erklärt hätten. Trotz allem zeigte er sich entschlossen, im Rennen zu bleiben und den Wiedereinzug Trumps ins Weiße Haus zu verhindern. Trump, der sich bisher auffällig zurückhaltend verhält, könnte von Bidens Schwierigkeiten profitieren, wie jüngste Umfragen nahelegen. Die Demokraten stehen vor einer heiklen Entscheidung, ob sie weiterhin auf Biden setzen oder eine jüngere Alternative präsentieren wollen. Innerhalb der Partei wird häufiger über Kamala Harris spekuliert. Biden selbst hat sich seine Kandidatur bei den Vorwahlen gesichert und kann theoretisch nur durch eigene Entscheidung das Rennen verlassen. Werden die Zweifel an seiner Eignung jedoch größer, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf die Umfragewerte und den Wahlverlauf im November haben.