25. Februar, 2024

Wirtschaft

Japanische Zentralbank signalisiert behutsame geldpolitische Justierung

Japanische Zentralbank signalisiert behutsame geldpolitische Justierung

In der Debatte um die geldpolitische Zukunft Japans mahnt die Bank of Japan zur Vorsicht. Der Vize-Gouverneur Shinichi Uchida stellte klar, dass auch bei einer Abkehr von der Negativzinspolitik schnelle und deutliche Zinserhöhungen nicht auf der Agenda stünden. Vor Unternehmensvertretern in Nara äußerte sich Uchida zu dieser Thematik und schraubte die Erwartungen einer radikalen Kehrtwende herunter. Vielmehr sei mit einer graduellen und moderaten Straffung zu rechnen, was die Finanzierungskonditionen weiterhin günstig halten würde.

Die japanische Währung reagierte unmittelbar auf diese Aussagen mit einem Abschwächen gegenüber Dollar und Euro. Gleichzeitig verzeichneten die Kapitalmarktrenditen in Japan einen Rückgang, während die Aktienmärkte eine positive Resonanz auf die vorsichtige Herangehensweise zeigten.

Aktuell hält die Bank of Japan im Vergleich zu ihren internationalen Pendants mit einer Politik der negativen Kurzfristzinsen und der Kontrolle langfristiger Kapitalmarktzinsen an einem sehr expansiven Kurs fest. Staatsanleihen und andere Wertpapiere stehen nach wie vor im Fokus der Ankaufprogramme.

Experten sehen die mittelfristige wirtschaftliche Perspektive für Japan optimistisch, machen aber den Ausgang der bevorstehenden landesweiten Lohnverhandlungen im Frühjahr als entscheidenden Indikator für zukünftige geldpolitische Maßnahmen aus. Die Notenbank verspricht sich von signifikanten Lohnsteigerungen eine Stärkung des privaten Konsums, der traditionell zu den Schwachpunkten der japanischen Wirtschaft zählt. Wenngleich die Inflation in Japan momentan die Nulllinie übersteigt, wird sie von den Notenbankern nicht als dauerhaftes Phänomen bewertet. Sie setzen darauf, dass höhere Löhne die Inflationsentwicklung anfachen und damit die Wirtschaft unterstützen.