24. Juli, 2024

Finanzen

Ist der Nasdaq-ETF zu gut, um wahr zu sein?

Der anhaltende Boom bei Technologieaktien hat den Nasdaq-ETF zu neuen Höhen getrieben, doch Analysten sind geteilter Meinung.

Ist der Nasdaq-ETF zu gut, um wahr zu sein?
Der Nasdaq-ETF lockt Anleger mit hohen Renditen, birgt jedoch spezifische Risiken. Ein detaillierter Blick auf seine Performance und Alternativen.

Der Begriff "ETF" steht längst für eine moderne und effiziente Anlagestrategie. Besonders in den Fokus gerückt ist aktuell der ETF auf den Nasdaq-100, der Investoren mit der Aussicht auf hohe Renditen verlockt. Doch wie jede Investition, so hat auch diese ihre Schattenseiten, die es zu beleuchten gilt.

Von blendenden Renditen zu realen Risiken

Über die Jahre hat der Nasdaq-ETF Anlegern beeindruckende Gewinne beschert. Wer beispielsweise seit Mitte 2007 regelmäßig investiert hätte, könnte sich jetzt über eine Steigerung seines Vermögens von nahezu 550 Prozent freuen.

Solche Zahlen lassen schnell den Schluss zu, dass hier eine sichere Wette vorliegt. Aber der Schein könnte trügen.

Die hohe Performance des Nasdaq-ETFs ist vor allem auf die Dominanz von Technologieaktien zurückzuführen. Diese haben insbesondere in den letzten Jahren, angeheizt durch den Digitalisierungstrend und die KI-Euphorie, außergewöhnlich gut performt.

Doch was passiert, wenn der Wind sich dreht? Technologiewerte sind besonders volatil, was bedeutet, dass sie in wirtschaftlich turbulenten Zeiten stark schwanken können. Diese Volatilität wurde während der Finanzkrise 2008 und auch während des Corona-bedingten Markteinbruchs 2020 deutlich.

Ein Vergleich, der nachdenklich macht

Vergleicht man den Nasdaq-ETF mit einem breiter diversifizierten ETF wie dem auf den MSCI World, wird klar, dass letzterer zwar geringere Renditen abwirft, dafür aber auch weniger risikobehaftet ist.

Der MSCI World bietet eine breitere geografische und sektorale Streuung, was ihn resistenter gegenüber sektorspezifischen Schocks macht. So erlebte der MSCI World während der erwähnten Krisenzeiten geringere Verluste als der Nasdaq-ETF.

Risikomanagement ist unerlässlich

Für Anleger, die dennoch nicht auf die potenziell hohen Renditen des Nasdaq-ETFs verzichten möchten, empfiehlt sich eine sogenannte Core-Satellite-Strategie. Dabei bildet ein breit diversifizierter ETF den Kern (Core) des Portfolios, während spezifischere ETFs wie der Nasdaq als Beimischung (Satellite) dienen.

Die Strategie ermöglicht es, von hohen Renditen zu profitieren, während gleichzeitig das Risiko durch die breitere Diversifikation kontrolliert wird.

Die Zukunft des Nasdaq-ETFs

Ob der Nasdaq-ETF auch in Zukunft die hohen Renditen der vergangenen Jahre liefern kann, ist ungewiss. Technologische Innovationen werden zweifellos weiterhin eine Rolle spielen, aber Investoren sollten sich auch der Risiken bewusst sein und nicht ausschließlich auf eine Karte setzen.