22. Februar, 2024

Politik

Israel bereitet Offensive auf Rafah vor – Evakuierungspläne gefordert

Israel bereitet Offensive auf Rafah vor – Evakuierungspläne gefordert

Die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wappnet sich für eine neue Phase im Gaza-Krieg und intensiviert ihre militärischen Anstrengungen in Richtung der Südstadt Rafah. Wie aus einer Verlautbarung Netanyahus hervorgeht, fordert der Premier die israelische Armee dazu auf, konkrete Szenarien für eine Offensive auszuarbeiten, die zugleich die Evakuierung der lokalen Bevölkerung vorsehen. Netanyahu betont, dass eine vollständige Neutralisierung der in Rafah stationierten Hamas-Bataillone ohne die Verlagerung der Militäroperation in den Südgazastreifen nicht möglich sei.

Die Dringlichkeit, die Zivilbevölkerung aus dem potenziellen Kampfgebiet zu schaffen, unterstreicht die israelische Regierung mit Blick auf die eskalierenden Feindseligkeiten. Der Ort Rafah, einst Heimat von etwa 300.000 Menschen, ist mittlerweile zum Refugium für etwa 1,3 Millionen Menschen geworden, die vor den Kampfhandlungen anderswo im Gazastreifen geflohen sind.

Die Herausforderung der Massenevakuierung wird durch Warnungen auf internationaler Ebene begleitet. UN-Generalsekretär António Guterres sprach bereits im Vorfeld von einer drohenden humanitären Katastrophe und einer Bedrohung für die gesamte Region, wobei auch sein Sprecher Stéphane Dujarric betonte, dass man Massenvertreibungen vermeiden wolle. Dieser Tenor wird auch von internationalen Akteuren wie der US-Regierung und Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock aufgenommen, die ihre Besorgnis über ein militärisches Eingreifen in Rafah zum Ausdruck brachten.

Einen direkten Impuls für die verstärkten militärischen Aktivitäten Israels stellt das erschütternde Massaker vom 7. Oktober dar, bei dem Extremisten der Hamas und anderer Gruppen über 1200 Menschen auf israelischer Seite töteten. Als Reaktion darauf setzte Israel massive Luftangriffe und Bodenoffensiven in Gang.