22. Februar, 2024

Politik

Israel an einer Wegscheide: Die möglichen Folgen eines Angriffs auf Rafah

Israel an einer Wegscheide: Die möglichen Folgen eines Angriffs auf Rafah

Die strategischen Überlegungen hinter einem möglichen Militärschlag Israels auf die Stadt Rafah werden zunehmend von den humanitären Implikationen überschattet. In einer Lage, in der mehr als eine Million Menschen - hauptsächlich zivile Bevölkerung - in der Stadt und in ihrer Umgebung Zuflucht gesucht haben, erscheint ein solcher Angriff, ungeachtet der militärischen Begründung, moralisch bedenklich. Insbesondere der Süden der Stadt, wohin viele Bürger aufgrund vorangegangener Anweisungen Israels geflüchtet sind, gilt als vergleichsweise sicherer Hafen. Sollte sich die israelische Regierung entscheiden, genau dieses Gebiet anzugreifen, wird dies wohl als besonders verwerflich angesehen werden.

Diese Entscheidung Israels könnte weitreichende Konsequenzen haben. Nach dem Terrorakt am 7. Oktober fand das Land noch Rückhalt bei traditionellen Verbündeten, die das militärische Vorgehen aus Sicherheitserwägungen heraus verstanden. Aber die Zustimmung könnte sich drastisch ändern, falls ein Angriff auf Rafah zu beklagenswert hohen zivilen Opferzahlen führen sollte. Die israelische Regierung befindet sich daher an einem kritischen Punkt, an dem die nächsten Schritte nicht nur über das unmittelbare menschliche Leid, sondern auch über die langfristige internationale Unterstützung und das Ansehen des Landes entscheiden könnten.