24. Mai, 2024

Technologie

Intel steuert auf Großfinanzierung mit Apollo für irische Halbleiterfabrik zu

Intel steuert auf Großfinanzierung mit Apollo für irische Halbleiterfabrik zu

Der Halbleiter-Riese Intel ist in exklusive Verhandlungen mit Apollo Global Management getreten, um den Bau einer Chipfabrik in Irland im Wert von 11 Milliarden US-Dollar zu finanzieren. Dies spiegelt den Trend wider, dass große Unternehmen sich zunehmend an private Kapitalgruppen wenden, um ihre Expansionsprojekte zu finanzieren, anstatt traditionelle Bankkredite in Anspruch zu nehmen.

Intel befindet sich in einer Transformation, um seinen Fokus von der Chipfertigung in Asien zu Verlagerungen nach Westeuropa und Nordamerika anzupassen, und modernisiert gleichzeitig seine Produktionsanlagen, um mit den rasanten Fortschritten in der Künstlichen Intelligenz-Technologie Schritt zu halten.

Die in Santa Clara ansässige Pionierfirma der Halbleiterfertigung hatte zuvor auch mit anderen privaten Kapitalgebern – darunter KKR und Stonepeak – über eine Finanzierung der neuen irischen Halbleiteranlage verhandelt, bevor die exklusiven Gespräche mit Apollo begannen. Dies bestätigten drei informierte Quellen.

Sowohl Apollo als auch Intel haben sich zu den laufenden Verhandlungen nicht geäußert. Berichte über die exklusiven Verhandlungen wurden zuerst vom Wall Street Journal veröffentlicht.

Intels CEO Pat Gelsinger hat einen mehrjährigen Plan in Gang gesetzt, um das Unternehmen zu transformieren und dabei die Führungsrolle im Bereich der Spitzentechnologie-Halbleiter von den Rivalen TSMC und Samsung zurückzugewinnen. Zudem soll Intels Fertigungsbetrieb umgestaltet werden, um auch Chips für Wettbewerber zu produzieren.

Im März kündigte die US-Regierung an, fast 20 Milliarden US-Dollar an direkten Mitteln und Darlehen im Rahmen des Chips Act von 2022 zur Verfügung zu stellen, um Intels Kapazitäten beim Bau neuer Fabriken in Arizona, New Mexico, Ohio und Oregon zu steigern.

Gelsinger hat Intel als nationalen Champion inszeniert, der in den kommenden Jahren die Halbleiterproduktion sinnvoll von Asien in die USA und nach Europa verlagern kann – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Spannungen mit China. Zudem ist in Deutschland der Bau einer neuen, staatlich geförderten Anlage geplant.

Intels Fertigungssparte verzeichnete im Jahr 2023 Betriebsverluste von 7 Milliarden US-Dollar, was eine Verschärfung gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Die verhaltene Umsatzprognose hat den Aktienkurs belastet, und das Unternehmen prognostiziert, dass seine Fertigungssparte erst 2027 die Gewinnschwelle erreichen wird.

Um die Errichtung neuer Halbleiterfabriken zu finanzieren, ging Intel bereits Partnerschaften mit großen privaten Kapitalgebern ein. 2022 verkaufte das Unternehmen eine Beteiligung von bis zu 49 Prozent an einer Fabrik in Arizona an Brookfield Infrastructure Partners für 15 Milliarden US-Dollar, um das 30 Milliarden teure Projekt zu finanzieren.

Apollo hat sich als wichtiger Kreditgeber für erstklassige Darlehen etabliert, die komplexer sind als gewöhnliche Unternehmensanleihen. Letztes Jahr strukturierte Apollo große erstklassige Darlehen für Unternehmen wie Air France/KLM und den deutschen Immobilienentwickler Vonovia. Es signalisierte weiterhin ein schnelles Wachstum in diesem Bereich.

In diesem Monat teilte Apollo seinen Aktionären mit, dass es erwartet, künftig jährlich über 200 Milliarden US-Dollar an Darlehen zu vergeben – angetrieben durch Kredite an erstklassige Unternehmen wie Intel. Apollo betont dabei das Augenmerk auf den Bau neuer Infrastruktur – dazu zählen digitale Kommunikationsnetze, Rechenzentren, erneuerbare Energieanlagen und Halbleiterfabriken.

Die Kreditvergabe von Apollo wird durch sein Versicherungsgeschäft mit mehr als 500 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten unterstützt, das diese Schulden in der Regel bis zur Fälligkeit halten kann.

Die irische Regierung, die stark von den Körperschaftsteuereinnahmen globaler Technologie- und Pharmakonzerne abhängig ist, hat sich zu den laufenden Gesprächen noch nicht geäußert. Seit 1989 hat Intel mehr als 34 Milliarden US-Dollar in den Ausbau des Werks in Leixlip, Co. Kildare, von einem ehemaligen Gestüt zu einer hochmodernen Chipfabrik und in Erweiterungsmaßnahmen in Irland investiert.