29. Februar, 2024

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Inflationssorgen bremsen Zinssenkungserwartungen und Dax-Rekordfahrt

Inflationssorgen bremsen Zinssenkungserwartungen und Dax-Rekordfahrt

Ein abruptes Ende nahm die Rallye des Dax, nachdem er am Freitagvormittag eine neue Rekordmarke von 17.004,55 Punkten erreichte. Grund für den Dämpfer der Zinssenkungsfantasien war ein überraschend robuster US-Arbeitsmarktbericht, der den Index zurückfallen ließ. Mit einem Plus von 0,35 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag schloss der Dax bei 16.918,21 Punkten, musste jedoch im Wochenvergleich ein leichtes Minus verbuchen.

Der MDax hingegen trat stärker auf der Stelle und verlor 0,97 Prozent auf 25.651,30 Punkte, während der EuroStoxx mit einem Zuwachs von 0,3 Prozent abschloss. Unterdessen verbuchten die Börsen in Paris und London nur marginale Veränderungen zum Wochenende.

Die initial positive Stimmung, getragen von ermutigenden Quartalszahlen der US-Techgiganten Amazon und Meta, welche auch dem Nasdaq 100 Auftrieb gaben, wurde durch die überraschend positiven Arbeitsmarktdaten aus den USA gedämpft. Die Erwartung einer zeitnahen Zinssenkung durch die Fed schwand zusehends, insbesondere nachdem die Zahlen auf einen gesunden Arbeitsmarkt und einen Anstieg der Stundenlöhne hindeuteten, die doppelt so stark ausfielen, wie von Analysten prognostiziert.

Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK sowie Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg deuteten an, dass eine nahe Leitzinswende nun unwahrscheinlich sei. Dies verstärkte die Einschätzung von Fed-Chef Jerome Powell, der bereits zur Wochenmitte die Zinssenkungserwartungen gedämpft hatte. Die neuen Daten sind ein weiteres Indiz dafür, dass die US-Wirtschaft die raschen Zinserhöhungen des vergangenen Jahres gut verkraftet hat.

Von der Branchenseite her zeigten sich besonders Autowerte in guter Verfassung; so stach die Porsche AG mit einem Plus von mehr als 4 Prozent im Dax hervor. Auch Aktien von BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen legten zu, wenngleich nicht in gleichem Maße. Die Deutsche Bank konnte ebenfalls mit einem Anstieg von 3,5 Prozent punkten und setzte damit ihren positiven Trend fort.

Für frischen Wind sorgte auch Zalando mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent, angekurbelt durch einen positiven Analystenkommentar von Morgan Stanley. Auf der Verliererseite befanden sich Siemens Healthineers und Eon, die jeweils knapp drei Prozent einbüßten. Vor allem die Aktie von Delivery Hero litt erheblich unter Marktgerüchten, wodurch ein Kurssturz von fast 23 Prozent resultierte.

Covestro verzeichnete einen Kursverfall und lag zum Handelsende 1,6 Prozent im Minus, nachdem Berichte aufkamen, dass Übernahmegespräche ins Stocken geraten seien. Abschließend zeigte sich der Euro geschwächt gegenüber dem US-Dollar, wo er bei 1,0785 US-Dollar rangierte, gegenüber einem zuvor höher angesetzten EZB-Referenzkurs.