25. Februar, 2024

Wirtschaft

Inflation in Deutschland lässt nach: Niedrigster Stand seit Juni 2021

Inflation in Deutschland lässt nach: Niedrigster Stand seit Juni 2021

Die Inflation in Deutschland hat zu Beginn des neuen Jahres eine spürbare Entspannung erfahren. Der Preisanstieg lag im Januar 2024 mit 2,9 Prozent auf dem tiefsten Niveau seit anderthalb Jahren, bestätigten aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes. Diese Entwicklung markiert einen merklichen Rückgang gegenüber dem Vormonat Dezember 2023, wo noch eine Inflationsrate von 3,7 Prozent verzeichnet wurde.

Wirtschaftsexperten prognostizieren eine Fortsetzung des Abwärtstrends der Inflation, allerdings könnten die sinkenden Raten an Schwung verlieren. Unter den Faktoren, die preistreibend wirken, ist die Erhöhung des CO2-Preises auf 45 Euro pro Tonne ab Jahresbeginn sowie das Auslaufen der reduzierten Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie zu nennen. Trotz rückläufiger Inflationszahlen betont Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht entschieden sei. Von Dezember 2023 auf Januar 2024 erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent.

Die Energiepreise, ein wesentlicher Inflationsfaktor, sanken im Januar um 2,8 Prozent trotz der Abschaffung staatlicher Preisstützen und dem höheren CO2-Preis. Vor allem die Preise für Heizöl, Strom und Erdgas waren rückläufig, während Fernwärme signifikant kostspieliger wurde. Im Sektor der Nahrungsmittel setzte sich eine allmähliche Verlangsamung des Preisanstiegs fort. Auffallend waren die Preiserhöhungen bei Süßwaren, Obst, Gemüse und Brot. Durch höhere Inflationsraten erodiert die Kaufkraft der Verbraucher, sodass sie für den gleichen Geldbetrag weniger Güter oder Dienstleistungen erwerben können. 2023 bildete mit einer Durchschnittsrate von 5,9 Prozent den zweithöchsten Jahreswert seit der deutschen Wiedervereinigung.

In diesem Spannungsfeld befindet sich die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die ein stabiles Preisniveau von 2,0 Prozent im Euroraum anstrebt. Aktuelle Daten weisen für Deutschland eine Inflationsrate von 3,1 Prozent aus, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Als Reaktion auf die bislang hohe Inflation hat die EZB ihre Leitzinsen seit Sommer 2022 deutlich angehoben. Jedoch werden in jüngster Zeit Stimmen laut, die aufgrund wirtschaftlicher Belastungen angesichts steigender Kreditkosten eine Zinssenkung anregen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde wies nach der letzten Zinssitzung eine solche Diskussion als verfrüht zurück, doch einige Volkswirte erachten einen Zinsschritt nach unten frühestens ab Juni für möglich.