18. Juli, 2024

Wirtschaft

Inflation im Euroraum bleibt hartnäckig: Ein langsamer Rückgang mit Herausforderungen

Inflation im Euroraum bleibt hartnäckig: Ein langsamer Rückgang mit Herausforderungen

Die Inflation im Euroraum zeigt trotz eines leichten Rückgangs weiterhin hartnäckige Züge. Laut den neuesten Daten des Statistikamtes Eurostat sank die Inflationsrate im Juni von 2,6 Prozent im Mai auf 2,5 Prozent. Analysten hatten mit dieser Entwicklung gerechnet, nachdem im Vormonat noch eine Beschleunigung der Teuerung zu verzeichnen war.

Besonders bemerkenswert ist, dass die sogenannte Kerninflation, die schwankungsanfällige Preise wie Energie und Nahrungsmittel ausklammert, im Juni bei 2,9 Prozent stagnierte. Eine leichte Abnahme war von Experten erwartet worden. Diese Kennzahl gilt unter Ökonomen als verlässlicher Indikator für den allgemeinen Preistrend.

Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, kommentierte die Entwicklung mit der Einschätzung, dass die letzten Schritte zum Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) sich äußerst zäh gestalten. Die EZB habe ihre Zinspolitik entsprechend ausgerichtet, um den allmählichen Rückgang der Teuerungsrate zu unterstützen.

Bereits Anfang Juni hatte die EZB erstmals auf die sinkende Inflationsrate reagiert und ihre straffe Geldpolitik gelockert. 2022 erreichte die Teuerungsrate ihren Höhepunkt mit über zehn Prozent, doch der Rückgang in diesem Jahr verläuft schleppend. Dennoch geht die EZB vorsichtig vor und plant, weitere Zinssenkungen gemäß der aktuellen Datenlage zu beschließen.

Laut Ökonom Gitzel könnten quartalsweise Zinssenkungen folgen, wobei die nächste bereits im September anstehen dürfte. Besonders stark stiegen im Juni erneut die Preise für Dienstleistungen, die sich um 4,1 Prozent auf Jahressicht erhöhten. Diese Entwicklung beobachtet die EZB aufgrund des hohen Lohnanteils und der gestiegenen Tarifabschlüsse sehr genau.

Die Energiepreise verzeichneten mit einem Anstieg von 0,2 Prozent nur einen minimalen Zuwachs, während Lebens- und Genussmittel um 2,5 Prozent teurer wurden. Industriell gefertigte Waren stiegen im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 0,7 Prozent.