22. April, 2024

Märkte

Immobilienpreise erleben historischen Einbruch – Daten bestätigen Abwärtstrend

Immobilienpreise erleben historischen Einbruch – Daten bestätigen Abwärtstrend

Die aktuellsten Zahlen, die das Statistische Bundesamt zu den Immobilienpreisen für das letzte Quartal preisgibt, könnten Experten zufolge einen fortgesetzten Preisrückgang am deutschen Immobilienmarkt belegen. Die einst florierende Entwicklung, die ihren Zenit Mitte 2022 erreicht hatte, zeigt nunmehr eine deutliche Abkühlung. Nach Analysen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) erlebten Wohnimmobilien in Deutschland den stärksten Preissturz der letzten sechs Dekaden. Es sei ein Novum in der Geschichte der Gutachterausschüsse, dass Preise so rapide und ausgeprägt nachgeben.

Bereits im Vergleichszeitraum des dritten Quartals 2023 verzeichnete das Statistische Bundesamt einen bisher unerreichten Preisnachlass beim Wohnimmobilienmarkt. Im Durchschnitt notierten die Preise über zehn Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums – ein beispielloser Negativrekord seit Beginn der Erhebungen im Jahre 2000. Auch ein Quartal-zu-Quartal-Vergleich deutete auf eine Reduzierung um 1,4 Prozent hin.

Die treibende Kraft hinter dem Preisrückgang ist die deutliche Zunahme der Zinsbelastungen, welche die Kosten für Finanzierungen nach oben schnellen ließen. Die Folge: Der Erwerb von Wohneigentum wird für viele potentielle Käufer unattraktiv oder gar unerschwinglich, und Investoren ziehen sich zurück, da sich Anlagen nicht mehr attraktiv darstellen. Währenddessen bleibt der Druck auf den Wohnraummarkt, speziell in urbanen Zentren, wegen anhaltender Zuwanderung bestehen. Gleichzeitig befindet sich der Neubaubereich in der Zwickmühle grundiert durch den Zinsanstieg und ansteigende Materialkosten.