Der Erwerb der ersten Immobilie stellt für viele Menschen eine der bedeutsamsten finanziellen Entscheidungen ihres Lebens dar. Eine kürzlich von der Commerzbank durchgeführte Umfrage, an der rund 2.500 Personen teilgenommen haben, bringt ans Licht, dass es beim Thema Immobilienkauf häufig an fundiertem Wissen mangelt. Diese Erkenntnisse werfen ein wichtiges Schlaglicht auf den dringenden Bedarf an umfassenderen Informationskampagnen und Beratungsmöglichkeiten.
Laut Umfrageergebnissen zeigen sich beträchtliche Wissenslücken hinsichtlich der mit dem Erwerb oder Bau von Immobilien verbundenen Kosten. So sind nur 60 Prozent der Befragten darüber informiert, dass neben dem Kaufpreis zusätzliche Ausgaben wie Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Maklerprovision entstehen können. Diese Nebenkosten summieren sich nicht selten auf zehn bis 15 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises und können somit eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen, die eine sorgfältige Planung erfordert.
Ebenso frappierend ist der Mangel an Wissen im Bereich der Immobilienfinanzierung. Lediglich 54 Prozent der Teilnehmenden sind sich der gängigen Empfehlung bewusst, beim Immobilienkauf eine Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent zu berücksichtigen. Dies ist von essenzieller Bedeutung, um sowohl das finanzielle Risiko zu minimieren als auch günstigere Kreditkonditionen zu erlangen. Darüber hinaus zeigt die Umfrage, dass weniger als ein Drittel (28 Prozent) von den bestehenden Fördermöglichkeiten, etwa für Familien, Kenntnis besitzt. Diese staatlichen und regionalen Förderungen können beim Kauf oder Bau einer Immobilie eine entscheidende Rolle spielen.
Trotz recognizer Wissenslücken äußern 52 Prozent der Befragten Zufriedenheit mit ihrer aktuellen Wohnsituation. Gleichzeitig gibt es einen signifikanten Wunsch nach Veränderung: 24 Prozent der Teilnehmer*innen streben danach, ihren Wohnraum zu vergrößern, während ebenso viele den Wunsch hegen, in ländlichere Gebiete zu ziehen. Zudem wünschen sich ein Drittel der Befragten den Zugang zu einem Balkon oder Garten, was auf ein erhöhtes Bedürfnis nach Lebensqualität und Freiraum hindeutet.
Die Umfrage, die von Yougov im März erhoben wurde, spiegelt auch das Potenzial und die Herausforderungen des Immobilienmarktes wider. Während 30 Prozent der Befragten planen, in naher Zukunft eine Immobilie zu erwerben, sieht sich die gleiche Anzahl aufgrund finanzieller Einschränkungen gegenwärtig außerstande, diesen Schritt zu realisieren. Diese Diskrepanz zeigt die Notwendigkeit auf, die finanzielle Bildung und Beratung der Verbraucher*innen zu stärken, um ihnen fundierte und zukunftssichere Entscheidungen zu ermöglichen.