19. Mai, 2024

Politik

Im Strudel der Justiz: Stormy Daniels gegen Donald Trump

Im Strudel der Justiz: Stormy Daniels gegen Donald Trump

In einem historisch bedeutenden Verfahren stellte sich die Schauspielerin Stormy Daniels mehrere Stunden lang den Fragen der Staatsanwaltschaft in Manhattan. Ihre Aussage könnte einem vormaligen amerikanischen Präsidenten, Donald Trump, zum Verhängnis werden. Daniels, die insbesondere durch ihre Karriere im Erwachsenenfilmgeschäft bekannt ist, gab detailliert Auskunft über ihre Begegnung mit Trump beim Golfturnier in Lake Tahoe im Jahr 2006.

Die als Regisseurin und Darstellerin für die Firma Wicked Pictures tätige Daniels schilderte, wie sie sich an einem gesponserten Turnierloch dem damaligen Immobilienmogul und Reality-TV-Star Trump vorstellte. Der erste Kontakt war ein knappes Gespräch, währenddessen Trump ihre Intelligenz lobte. Anschließend arrangierte Trumps Bodyguard, Keith Schiller, ein Abendessen zwischen den beiden.

Obwohl Daniels seinerzeit 27 Jahre alt war und Trump bereits eine Familie mit seiner Ehefrau Melania und einem neugeborenen Sohn hatte, kam es zu weiteren privaten Treffen. In ihrer Aussage beschrieb sie die Unterhaltungen mit Trump, seine Fragen zur Filmbranche und gesundheitlichen Aspekten ihres Berufs.

Was als geschäftliches Interesse begann, mündete in einer Spanking-Episode, wobei Trump Parallelen zwischen Daniels und seiner Tochter Ivanka zog. Er deutete an, dass ein Auftritt in seiner Show "The Apprentice" und weitere Unterhaltungsmöglichkeiten denkbar wären. Jedoch kam es niemals zu einem solchen Auftritt.

Die Verwicklung in den Skandal kam zustande, als der frühere Anwalt Trumps, Michael D. Cohen, kurz vor den Wahlen 2016 Schweigegeld in Höhe von 130.000 US-Dollar an Daniels zahlte. Dieses Vorgehen wurde von den Anklägern als Verschleierung betrachtet, da es innerhalb der Trump Organization unter dem Posten "Rechtskosten" verbucht wurde.

Details zu dem umstrittenen Abend in Trumps Suite im Harrah's Lake Tahoe Hotel, darunter sein Aufzug und das Ambiente, wurden durch Daniels' Zeugenaussage weiter ausgeführt. Besondere Erinnerungslücken hatte sie allerdings in Bezug auf das Ende des Abends.

Die Verteidigung hegte Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Daniels und untersuchte ihre Motive, die Geschichte öffentlich zu machen. Daniels entgegnete, dass die Offenbarung ihrer Erfahrungen nicht nur Gewinn, sondern auch erhebliche Kosten für sie bedeutet hätte. Die Enthüllungen der Schauspielerin überlegte sie bereits seit längerem, wobei ein früheres Angebot einer Zeitschrift 2011 aufgrund von Drohungen Cohens gegen das Magazin nicht zustande kam. Der Verlauf der Aussage von Daniels wird am Donnerstag fortgesetzt, wenn sie erneut auf den Zeugenstand zurückkehrt.