12. Juli, 2024

Wirtschaft

IG Metall fordert deutliche Gehaltserhöhungen für Metall- und Elektroindustrie

IG Metall fordert deutliche Gehaltserhöhungen für Metall- und Elektroindustrie

Die IG Metall hat ihre Tarifforderung für die deutsche Metall- und Elektroindustrie auf sieben Prozent Lohnerhöhung festgelegt. Für Auszubildende verlangt die Gewerkschaft zusätzlich einen überproportionalen Anstieg von monatlich 170 Euro. Wie die Erste Vorsitzende Christiane Benner nach einer Vorstandssitzung in Essen mitteilt, soll damit die Kaufkraft gestärkt und die Konjunktur belebt werden.

Der Tarifvertrag betrifft rund 3,9 Millionen Beschäftigte in Schlüsselbranchen wie Automobil, Elektro und Maschinenbau. Die ersten regionalen Verhandlungen sollen Mitte September beginnen, da der aktuelle Entgelttarifvertrag am 30. September ausläuft und die Friedenspflicht am 28. Oktober endet. Ab diesem Zeitpunkt sind auch Warnstreiks möglich.

Die Forderung, die auf eine Laufzeit von zwölf Monaten berechnet ist, rechtfertigt Benner mit den immer noch hohen Lebenshaltungskosten. Sie erklärt: "Die Steigerungen und Einmalzahlungen des letzten Tarifabschlusses sind aufgebraucht. Nun haben die Beschäftigten mit sieben Prozent mehr Geld einen verlässlichen Dauerausgleich verdient."

Die Arbeitgeber hingegen sehen diese Forderungen kritisch. Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf warnt vor einer möglichen De-Industrialisierung und betont, dass die IG Metall in den letzten 30 Jahren nur einmal eine höhere Forderung gestellt habe. Er appelliert an beide Tarifparteien, ihren Beitrag zur Standortstärkung zu leisten und die Politik zu Reformen zu drängen. "Die Arbeitskosten in dem Ausmaß zu steigern, wie es die IG Metall fordert, würde das Gegenteil bewirken," meint Wolf.

Zusätzlich möchte die Gewerkschaft die tariflich vereinbarten Freistellungen auf weitere Beschäftigte ausdehnen. Bislang können nur Mitarbeiter mit Kindern, Pflegeaufgaben oder in Schichtarbeit jährlich bis zu acht zusätzliche freie Tage beantragen, wofür sie auf Zusatzgeld verzichten. Diese Regelung soll nun weiteren Arbeitnehmergruppen zugutekommen.