21. Juni, 2024

Politik

IAEA-Bericht: Iran verstärkt Anreicherung von Uran nahe Waffengrade

IAEA-Bericht: Iran verstärkt Anreicherung von Uran nahe Waffengrade

In jüngerer Zeit erfährt das Atomprogramm des Irans besondere Aufmerksamkeit seitens der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), die nun steigende Bestände an hochangereichertem Uran in der Islamischen Republik dokumentiert. Aktuelle Auswertungen der Behörde weisen auf eine Zunahme von Uran mit einem Anreicherungsgrad von 60 Prozent hin - eine Menge von circa 142 Kilogramm, was einen Anstieg von etwa 21 Kilogramm seit Februar verzeichnet. Für die Herstellung eines Nuklearsprengkopfes wird eine Menge von 50 Kilogramm benötigt, wenngleich für deren militärische Einsatzbereitschaft noch eine weitere Anreicherung auf 90 Prozent erforderlich wäre.

Die iranische Führung bleibt bei ihrer Aussage, kein Streben nach Atomwaffen zu hegen. Trotzdem verweist IAEA-Direktor Rafael Grossi besorgt auf Äußerungen aus Teheran über potenzielle Veränderungen dieser Haltung sowie über die technischen Kapazitäten der Nation zum Bau derartiger Waffen. Derartige Bemerkungen betrachtet Grossi als Signale, die Zweifel daran schüren, dass der Iran sein gesamtes Atomprogramm transparent gemacht hat. Dies geht aus einem vertraulichen Bericht der IAEA hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Des Weiteren zeichnet der Bericht ein Bild verzögerter Bemühungen um diplomatische Gespräche im Kontext der Atominspektionen, da diese durch den tragischen Hubschrauberabsturz, der das Leben von Präsident Ebrahim Raisi und Außenminister Hussein Amirabdollahian forderte, weiter aufgehalten wurden. Nach diesem Vorfall blieben bedeutsame Dialoge zwischen IAEA-Vertretern und dem Iran aus.

Erinnerlich ist, dass der Iran sich im Jahre 2015 zu einer erheblichen Begrenzung seines Atomprogramms bekannte und in einem Abkommen Nuklearsanktionen gelockert wurden. Allerdings endete diese Vereinbarung mit dem Rückzug durch den damaligen US-Präsidenten Donald Trump im Jahr 2018, woraufhin Teheran seine Urananreicherung intensivierte und gleichsam den Zugang für IAEA-Inspektionen beschränkte.