17. Juli, 2024

Politik

Hoffnungsschimmer in Kairo: Neue Vermittlungsrunde im Gaza-Konflikt

Hoffnungsschimmer in Kairo: Neue Vermittlungsrunde im Gaza-Konflikt

Die seit Monaten anhaltenden indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der islamistischen Hamas über eine Waffenruhe im Gaza-Krieg und einen Austausch von Geiseln gegen palästinensische Häftlinge erfahren offenbar neuen Schwung. Kairo, unterstützt von den Vermittlerstaaten USA und Katar, will in diesen Tagen intensiv mit allen Seiten konsultieren, wie der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Kahira unter Berufung auf hochrangige Regierungsbeamte berichtet.

Die Verhandlungen hatten zuletzt stagnierende Tendenzen gezeigt. Dies lag vor allem daran, dass die Hamas eine sofortige Einstellung der Kriegshandlungen seitens Israels als Bedingung für die Freilassung der Geiseln gefordert hatte. Israel hingegen besteht darauf, sich die Möglichkeit offen zu halten, den Krieg fortzuführen, um die Hamas als militärische und politische Macht im Gazastreifen zu zerschlagen.

Den neuesten Berichten zufolge hat die Hamas ihre Forderungen leicht modifiziert. So führte David Barnea, der Leiter des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, kürzlich Gespräche mit der Regierung in Katar, die in direktem Kontakt mit der Hamas steht. Israelische Medien berichteten nach diesen Verhandlungen von einem gewissen Optimismus. Dennoch warnen andere Beobachter, dass die Hamas zwar Änderungen im Vertragstext vorgeschlagen, in der Sache jedoch kaum Zugeständnisse gemacht habe.

Gleichzeitig wächst der Druck aus der israelischen Bevölkerung. Am Wochenende demonstrierten zehntausende Menschen im ganzen Land für einen Geisel-Deal. Diese Proteste setzten sich auch am Sonntag, dem Beginn der israelischen Arbeitswoche, in Form von Straßenblockaden und anderen Aktionen fort. Die Demonstranten riefen zu einem "Tag der Störung" auf.

Die Eskalation begann am 7. Oktober des vergangenen Jahres, als die Hamas und andere Terrorgruppen den Süden Israels überfielen, dabei 1200 Menschen ermordeten und 250 Geiseln in den Gazastreifen verschleppten. Dieses beispiellose Ereignis markierte den Auftakt des Gaza-Kriegs, der nun schon neun Monate anhält. Israel gibt an, dass aktuell noch etwa 120 Geiseln in dem Küstengebiet festgehalten werden, der Zustand vieler von ihnen ist jedoch unklar.