28. April, 2026

Politik

Historische Gespräche: US-Diplomaten in Damaskus zur ersten offiziellen Begegnung mit HTS

Historische Gespräche: US-Diplomaten in Damaskus zur ersten offiziellen Begegnung mit HTS

In einem bemerkenswerten diplomatischen Vorstoß ist eine Delegation der US-Regierung unter der Biden-Administration nach Damaskus gereist, um erstmals offiziell mit den neuen syrischen Machthabern von Hayat Tahrir al-Sham (HTS) zusammenzutreffen. Diese Gespräche markieren das erste persönliche Treffen zwischen Washington und Syriens de facto neuen Führern seit der Vertreibung des ehemaligen Präsidenten Bashar al-Assad.

Die US-Delegation, angeführt von der Nahost-Diplomatin Barbara Leaf, dem Präsidialbeauftragten für Geiselangelegenheiten Roger Carstens und dem neu ernannten Berater Daniel Rubinstein, soll die politischen Umbrüche in Syrien erörtern. Insbesondere werden die Prinzipien der Inklusion und des Minderheitenschutzes thematisiert, die Washington in der politischen Transition Syriens verankert sehen möchte.

Ein weiteres zentrales Anliegen der Delegationsreise ist, neue Informationen über den vermissten US-Journalisten Austin Tice zu gewinnen. Tice wurde 2012 während einer Reportagereise in Syrien entführt, und sein Schicksal bleibt bis heute ungewiss. Neben Treffen mit HTS-Vertretern steht auch der Austausch mit der syrischen Zivilgesellschaft und anderen Aktivisten auf der Agenda, um die Visionen für die Zukunft Syriens auszuloten.

Der Sturz Assads hat die USA und ihre Verbündeten zu Überlegungen veranlasst, ob HTS von der Terrorliste gestrichen werden könnte – ein Schritt, der mit Bedacht geprüft wird. Auch die Gefahr, dass die Terrormiliz ISIS die durch den Umbruch entstandene Instabilität ausnutzen könnte, bleibt ein zentraler Aspekt der US-amerikanischen Besorgnis.

Diese diplomatischen Aktivitäten fallen in eine Phase, in der die westlichen Regierungen dabei sind, langsam neue Kommunikationskanäle zu HTS und deren Anführer Ahmed al-Sharaa zu öffnen.