19. Mai, 2024

Politik

Hilfslieferungen erreichen Gaza: Brennstoffmangel setzt UN-Hilfsmissionen unter Druck

Hilfslieferungen erreichen Gaza: Brennstoffmangel setzt UN-Hilfsmissionen unter Druck

Nach fünf Tagen ohne Brennstofflieferungen rollten am Freitag endlich Tanklastwagen in den Gazastreifen und brachten damit eine dringend benötigte Verschnaufpause für die unter Druck geratenen UN-Hilfseinrichtungen. Hohe Beamte der Vereinten Nationen hatten zuvor gewarnt, dass Krankenhäuser und andere essentielle Teile der internationalen Hilfsmission kurz vor dem Zusammenbruch stünden.

Der Brennstoffnachschub verhindert vorübergehend das Schlimmste, doch die Verantwortlichen der Hilfsmission verkünden, dass die Reserven weiterhin bedrohlich niedrig sind und sich die Hungerkrise zusehends zuspitzt. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sowie die UNRWA, als Hauptunterstützungsagentur im Gazastreifen, wird am Samstag die Nahrungsmittelvorräte für die Verteilung im südlichen Gaza erschöpft haben, teilte Georgios Petropoulos, Leiter des UN-Hilfsbüros in Rafah, mit.

Das dortige Stromnetz ist längst zusammengebrochen und essentielle Einrichtungen wie Krankenhäuser, Entsalzungsanlagen und weitere kritische Infrastruktur sind von brennstoffbetriebenen Generatoren abhängig. Ebenso sind Fahrzeuge wie Hilfslieferungstrucks und Rettungswagen auf Kraftstoff angewiesen.

Israelische Behörden gaben bekannt, dass am Freitag 200.000 Liter Brennstoff nach Gaza geliefert wurden, während die UNRWA die Menge mit 157.000 Litern beziffert. Den Angaben von U.N.-Offiziellen zufolge ist der tägliche Bedarf des Enklavens bei circa 160.000 Litern.

Lebenswichtige Versorgungsgüter wie Nahrung und Medizin haben das südliche Gaza, wo sich die meisten Bewohner als Flüchtlinge aufhalten, seit Sonntag nicht erreicht, berichtet die UNRWA.

Nachdem der Brennstoff am Freitag die Grenze passierte, bleibt unklar, wie viel davon wirklich die vorgesehenen Bestimmungsorte erreicht hat. Hilfsorganisationen stehen vor enormen Herausforderungen, da die Verteilung der Hilfsgüter in einem Kriegsgebiet mit aktiven Gefechten, Straßenblockaden sowie von Bomben zerstörten Straßen und Trümmern erfolgen muss.